hardybayer, on 30 August 2010 - 16:44 , said:
Alle REN Typen MÜSSEN mit der Abdeckung betrieben werden. Diese ist intern mit Filz bezogen und die EMIT und EMIN stehen dann bündig zur Oberfläche.
Hab ich extra in die Anleitung geschrieben...
Ansonsten hättest Du natürlich Recht, Toralf.
Hi Hardy,
Wie kann denn das stimmen?
Oder habe ich die Frage nicht richtig verstanden, oder halt Antwort?
Dass die RENs mit Bespannung arbeiten müssen, ist natürlich logisch. Aber doch nur hauptsächlich wegen Kantenbeugungseffekten.
Ich sage natürlich nicht, dass der Filz überhaupt keinen Einfluss hat. Man merkt schon manchmal ein Unterschied von nackter zu furnierter Kiste. Obwohl da auch schon die Schalldurchlässigkeit in den Klang mit einspielt.
Aber lackierte, furnierte, oder irgendwelche andere Schallharte Schallwände müssen doch nicht automatisch akustische Schwierigkeiten mit sich bringen!
Zitat
mal ne Frage zum Filzbezug bzw. eben nicht:
Der auf der Frontseite einer beispielsweise Kappa 9 :Big Grin: aufgebrachte Filzbezug hat doch seine Daseinsberechtigung indem er die kugelförmig von der Membranfläche austretenden Schallwellen, die nach hinten auf das Gehäuse treffen, absorbiert - richtig? Warum hat dann beispielsweise eine Ren90 in Klavierlack keine "Akustikprobleme?"
@Toralf
Lackierte Lautsprecher bzw. die Schallwand bedeutet doch auf kein Fall akustischen Nachteil!!!
Sonst würde es automatisch heißen, dass tausende Lautsprecher absichtlich mit einem klanglichen Nachteil konstruiert wurden. Obwohl so ein Lautsprecher mit dem Filz, oder eigentlich mit dem Moosgummi, um einiges weniger kosten würde, als eins mit einer lackierter Schallwand.
Alle die Leute, die bei diesjähriger High End Messe im München waren können das eigentlich auch bestätigen. Dabei denke ich gerade an einen bestimmten Lautsprecher: TIDAL
Link
Bei der Vorführung konnte man in dem Hörraum ausschließlich nur begeisternde Gesichter sehen. Schon nur aus dem Beispiel darf man doch eigentlich nicht sagen, dass lackierte Lautsprecher automatisch irgendwelche akustische Schwierigkeiten mit sich bringen!
Du darfst mich hier aber natürlich nicht falsch verstehen… Wenn man bei einem Fertiglautsprecher mit Moosgummi die Schicht abreist, kann man auch die klangliche Unterschiede erwarten. Denn ob welche Schallwand und in welchen Bereichen Vor- und Nachteile verursacht, oder eigentlich besser gesagt, in welchen Bereichen die Nachteile besser physikalisch entschärft werden, bevor die Weichenkorrekturen an der Reihe sind und ob da überhaupt etwas elektrisch korrigiert wurde, kann man doch einfach so nicht sagen. Ob es viel ausmacht, oder eben nicht, ist ganz andere Frage, ist auch von den Lautsprechern abhängig.
Aber, wie ich schon sagte, bringt lackierte Schallwand grundsätzlich keine akustischen Schwierigkeiten mit sich. Und je nach dem was besser ist, hängt auch von mehreren Faktoren ab. Da hat auch @mlp666 auch Recht, denn es hängt auch indirekt von der Schallwand ab. Auch von der Konstruktion ab, auch was man mit den Lautsprechern erreichen möchte bzw. was in einem bestimmtem Fall einfach besser funktionieren würde. Es hängt auch unter Umständen von den verwendeten Chassis ab, wie die halt bündeln, oder eben nicht und im Zusammenhang mit dem Konstrukt. Ich kenne einige Treiber bei denen der Hersteller Moosgummi auch empfiehlt. Und wiederrum andere, die nachgewiesener weise mit Moosgummi einfach besser funktionieren.
Bei vielen Konstruktionen, erfährt man aber was besser ist, nur durch ausprobieren. Bei sehr vielen kann man es auch kaum messtechnisch erfassen. Wenn man nur bedenkt, dass 5mm Wellenlänge 68,6 kHz entspricht. Es ist natürlich logisch, dass für hörbare Auswirkung nicht vollständige Absorbation sein muss, es reicht schon deutlich weniger als 1/4. Und so landet man natürlich, auch bei 5mm Moosgummi, im hörbaren Frequenzbereich, aber trotzdem zu weit oben. Die hat aber trotzdem klangliche Auswirkungen. Das hängt aber nicht, wie Du es vermutet hast, direkt mit Absorbation. Höchstens nur zu einem geringem Anteil, der aber zusammen mit anderen Sachen, zu einem ganzem summiert. Was auch nicht ein kleiner Anteil ist, ist die Verlangsamung von Schallausbreitung entlang der Schallwand. Was wiederrum auch durch Absorbation passiert.
Ich habe im Anhang ein PDF bezüglich einigen Einflüssen von Schallwand und Wavequide Untersuchungen von Kirchner eingehängt. Eigentlich auch mit Mitarbeit von Borowski, wenn ich es richtig verstanden habe. Übrigens, sehr netter Kollege, wie viel Geduld er mit mir hat, ist einfach unglaublich.
Es ist aber klar, dass das Thema im PDF nicht behandelt wird. Ich habe es nur angehängt damit man auch sehen kann wie, was, warum z.B. Schall entlang der Schallwand sich ausbreitet. Eigentlich nicht mal das direkt, zumindest extrem verkürzt, denn das gehört eigentlich zu Grundkenntnissen. Aber etwas kann man doch bestimmt entnehmen.
Grob gesagt verläuft es so, dass die Schallwelle bei einer bestimmten Frequenz dementsprechend auch bestimmte Länge hat. Und die Welle breitet sich auch sozusagen halbkugelförmig von entsprechender Länge vom Treiber Richtung Schallwandkante. Irgendwann ist die Schallwand zu Ende und der Halbkreis der Welle trifft doch auch die Kante nicht exakt mit dem Halbkreisende, es passiert nur bei wenigen Frequenzen. Sondern trifft die Kante irgendwo in der Mitte des Halbkreises. Das passiert auch logischerweise überwiegend im ganzen Frequenzbereich. Was passiert jetzt dort? Ganz einfach, die Schallwelle bricht. Es entstehen 2 andere, kürzere Wellen. Und dementsprechend entsprechen die logischerweise ganz anderen Frequenzen, je nach Länge halt. Es entsteht eine virtuelle Schallquelle an der Kante!!!
Übrigens bei Dipolen ist die Geschichte um einiges deutlicher und komplizierter was Konstruktion und Abstimmung angeht. Denn bei denen kommen noch die Schallwellen von hinten, weswegen die Geschichte durch Schalldruckmaximum um einiges verstärkt. Oder eben durch Schalldruckminimum abschwächt. Oder eben je nach Frequenz fast auslöscht. Was logischerweise eine Abfolge von Minima und Maxima in Amplitude bedeutet. Diesbezüglich kann man einiges auf der Seite vom Linkwitz nachlesen, er ist halt der Vorreiter in Sachen Dipol und Kardioiden.
Link
Ich hoffe es war einigermaßen verständlich, ist halt ziemlich schwer beschreibar ohne Begriffe und ohne Füßen und Händen. Aber da sieht man warum auch die Schallwand durch ein paar Umwege eine Rolle spielt, wie @mlp666 das eigentlich auch gesagt hat.
Also, kurz gesagt, bedeutet der Filz natürlich gewisse Einflüsse auf den Klang. Bei einem Lautsprecher mehr, bei anderem weniger. Aber auf kein Fall bedeutet die Schallwand ohne Filz, akustische Schwierigkeiten. Bei vielen Lautsprechern wäre er entweder überflüssig und in seltenen Fällen eventuell sogar konterproduktiv. Aber bei manchen Lautsprechern kann man so auf physische Art und Weise etwas korrigieren, bevor man mit der Weiche Rest korrigiert. Außerdem sind es ziemlich viele kleine Einflüsse und zwar im Zusammenhang, warum Filz bei manchen Lautsprechern klanglicher Unterschied mit sich bringt. Ziemlich oft trifft man Filz bei Lautsprechern mit einer breiten Schallwand, eventuell auch mit breiten Schallwandphasen. Denn entweder ist dann Rundstrahlverhalten unerwünscht und man minimiert dann auch in dem Fall unerwünschte virtuelle Schallquelle. Oder man erreicht den gewünschten Rundstrahlverhalten auf andere Weise, z.B. durch Verwendung von bestimmten Schallwandlern (Flachmembranen, Kalotten…). Hin und wieder ist es manchmal auch so, dass jemand der Lautsprecher baut kein Lust hatte die Chassis einzufräsen und dann mit Moosgummi auf einfachere Weise die Kantenbeugungseffekte eliminiert.
Na sieh mal an, Kappa erfüllt einige Beispiele…
Gruß Alex