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BlueSharky

D'Appolito vs. Zeitrichtigkeit? Wer gewinnt?

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Auch Hi,

bis hierher hat jeder seine persönliche Meinung kundgetan. Ich habe gleich zu Anfang von "meinem" Favoriten gesprochen, Witte von "seinen Erfahrungen"! Jedem bleibt freigestellt dies anders zu sehen.

Dogmatische Ansätze erkenn ich eher in Wortschlachten a´la

 

>ohne jetzt im Detail auf alle

>hier angesprochenen Punkte eingehen zu

>koennen und zu wollen,

 

>einen inhaltsleereren Begriff haben die HighEnten

>wohl selten auf den Markt

>geworfen

 

>Als zarter Hinweis auf die nonsinnige

>Ebene dieser Diskussion:

 

>Raumausleuchtung sucht, auch schon wieder

>sch....egal sein kann!

>Wie waere es also mit Lautsprechertechnik

>in diesem speziellen Sinne an

>Stelle von Glaubenssaetzen???? :P

>

>

>Mit undogmatischen Gruessen,

>Th. Guenther, Entwicklungsleiter Akustik, (AKUSTIK nicht

>Messtechnik), MONACOR International

 

. Webbi bitte mach für die "Lehrer" ein "Wahrheitsforum" und lass uns hier "nur" unsere Erfahrungen und Eindrücke austauschen.

Grußony

 

PS: Es ist nicht auszuschließen, daß Erfahrungen (auch messtechnischer Natur) mit den verwendeten Chassis zu tun haben...

 

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Hi,

 

also, um das mal so zu sagen:

Dass die meisten Lautsprecher auf dem Markt mit mehr Maengeln und weniger wahrgewordenem Hirnschmalz ausgestattet sind, als gut ist, steht auch fuer mich ausser Frage.

Dass das an dem Unwillen oder (oefter)der Unfaehigkeit der jeweiligen Entwickler liegt, kann nicht in wirklich jedem Fall ausgeschlossen werden, ist aber auch nicht die Regel.

Dass Techniker sich manchmal Ihrem Broetchengeber entsprechend auch marketingkonform aeussern (muessen) liegt auf der Hand.

Meine persoenliche Erfahrung zeigt mir aber, dass im echten industriellen Bereich (und ich meine jetzt Lautsprecherhersteller und keinen Feinkost-Albrecht-Boxen-Schrott) deutlich mehr Informationen verbreitet sind und die Faehigkeiten der Entwickler erheblich konsistenter, als im sog. HighEnd-Bereich; soll heissen: Die Industrie-Produkte und -Entwicklungen sind fast nie kompromisslos, weil immer/meistens betriebswirtschaftlich sinnvoll, aber so hahnebuechenen Unsinn, wie gelegentlich bei einigen HighEnd-Anbietern sieht man praktisch nie. Im sog. HighEnd-Bereich ist heute alles von den absoluten Spitzentechnikern bis hin zu vollkommen ahnungslosen aber meist hoch ambitionierten Laien vertreten.

Das gilt in dieser Bandbreite dann auch fuer die Produkte, nur teuer sind sie alle...

Das ist der Hauptgrund, warum viele Profi-Techniker, mich eingeschlossen, bei highendigen Aussagen und dem entsprechenden Vokabular immer wieder mal Bauchweh haben.

Man weiss nie so genau, ob derjenige echt was los hat und nur nicht mit den technisch etablierten Begriffen arbeitet oder ob er mit blumigen Begriffen in einer ihm weitestgehend unverstaendlichen Materie aus dem Bauch heraus rumfaselt - und das gibt es nun wirklich beides!

 

Beispiel Zeitrichtigkeit:

wenn Zeitrichtigkeit meint: Die am Lautsprecher beteiligten Chassis stimmen in ihrem jeweiligen Uebergangsbereich und weitestmoeglich darueber hinaus in der Phase ueberein und kommen so zu einer moeglichst perfekten Schalladdition am Ohr, dann ist das eine der wichtigsten Bedingungen fuer ein auch nur akzeptables Klangbild. Ein Lautsprecher, der diese Bedingung nicht erfuellt, kann nie intersubjektiv gut klingen. Messtechnisch zeigt sich dieses Verhalten sehr sehr praezise zu einem wichtigen Teil im Verpolungstest (der Mitteltoener oder Tiefmitteltoener wird verpolt), bei dem an keiner Stelle im Frequenzgang auf der Hoerachse gemessen mehr Schalldruck entstehen darf, als bei korrekter Polung wobei gleichzeitig im Idealfall eine moeglichst symmetrische Ausloeschung im Uebergangsbereich entstehen muß.

Schon diese Bedingung erfuellen nur die wenigsten Boxen.

Zusammen mit einer guenstigen Sprungantwort oder auch einem moeglichst homogenen Bild im EINschwing-Wasserfalldiagramm sind dann die messtechnischen Bedingungen fuer Zeitrichtigkeit erfuellt, wie sie existieren KANN!

Dies ist eine technische Aussage, die in perfekter Uebereinstimmung mit zig Hoererfahrungen vieler Menschen steht.

 

Die Vorstellung, "Zeitrichtigkeit" von Lautsprechern sei Ergebnis der mechanisch vertikal sauber uebereinander angeordneten Reihe angenommener akustischer Zentren von Chassis ist in dieser Form vollkommen falsch. Die beruehmten schraegen Schallwaende oder Distanzringe oder was auch immer gibt es im Uebrigen ja schon ewig. Sie sind nur aus einem grossen Teil der hochwertigen Entwicklungen verschwunden, weil man einfach feststellen musste, dass die Vorstellung von einem mechanisch einfach definierten Schallenstehungspunkt nicht zutrifft.

(Oben wird allerdings eine page empfohlen, auf der diese Falschaussagen trotzdem in klassischer Form runtergebetet werden)

Die Idee vom Schallenstehungspunkt in Hoehe (Tiefe) der Schwingspule oder Dustcap oder Sicke oder was auch immer (hat es alles gegeben) laesst sich nicht halten, seit wir so etwas wie akustische Phasen messen koennen und erkennen mussten, dass es nur eine Art imaginaeren Schallentstehungspunkt gibt, der sich bei jedem Chassis von einer Frequenz zur naechsten aendert.

Bei manchen faellt diese Phasendrehung etwas geringer aus aber sie ist bei definitiv allen vorhanden. Das Resultat ist, dass im Sinne einer unverzichtbaren Uebereinstimmung der Vor- und Rueckwaertsbewegung zweier Chassis im Uebergangsbereich (alles andere klingt eben vollkommen irritierend) ueber eine KOMBINATION aus Frequenzweiche und Schallwandanordnung diese korrekte Phasenlage gleichzeitig mit einem exakt bemessenen Ubergangsbereich, in dem das ueberhaupt moeglich ist, definiert werden muss. (Da, wie gesagt jedes Chassis fuer sich die Phase dreht, kann man immer nur einen bestimmten Abschnitt bilden, in dem dies exakt parallel geschieht. Ober- und unterhalb dieses Bereiches muss eines der Chassis auf einen akzeptablen Stoerschallpegel hinab bedaempft sein.) Der Test dafuer ist oben beschrieben.

Dieser Zustand laesst sich nachweislich auch in Boxen herstellen, die zum Beispiel mit einer senkrechten Schallwand ausgestattet sind und in der die klassisch angenommenen Schallentstehungspunkte der Chassis nicht gleich weit vom Ohr entfernt sind. Die akustisch relevanten imaginaeren Nullpunkte der Schwingung sind es! (Die gedrehte Phase von Chassis kann man sich eben vereinfacht auch so vorstellen, dass bei einer bestimmten Frequenz mit Beginn der elektrischen positven Halbwelle eines Signales die Membran so schwingt, als haette sie erst spaeter angefangen.

Das Ergebnis ist fuer das Ohr das gleiche, als wuerde die Amplitude exakt analog dem Signal ausgefuehrt aber von einer weiter entfernten Membran. Dieser eben dadurch zu ermittelnde imaginaere Platz einer Nullstelle der ersten Halbwelle muß bei Mehrwegesystemen moeglichst gleich weit vom Ohr entfernt sein, was dann eben nichts weiter ist als dass, was Lautsprechertechniker als korrekte Phasenlage bezeichnen.

Das KANN selbstversataendlich auch bei geneigter Schallwand entstehen; bei bestimmten Kombinationen von Chassis mag das sogar eine riesige Hilfe sein, immer zwingend erforderlich ist es definitiv nicht.

 

Siehe also: es kommt darauf an, was genau man meint und da die eine wie die andere Sicht auf dem Markt ist (ich glaube sogar innerhalb dieses Threads) ohne dass in jedem Fall klar waere, was der andere gerade meint, habe ich etwas ueber diese Wortblase gemeckert (ok. etwas mehr, hat ja aber auch Aufmerksamkeit erzielt - hab ich hier gelernt ;-) )

Die Zeitrichtigkeit im Sinne einer korrekten akustischen Phasenlage ist auf jeden Fall wichtigst!

(Nur um das "versöhnlich" mal aufzugreifen)

Vieles andere aber eben auch - ein Lautsprecher verzeiht nichts und ist auch nicht durch eine isolierte Staerke zu retten, WENN sich nicht ein geneigter Hoerer zufaellig nur auf diesen einen guten Punkt konzentriert. Das gilt uebrigens auch umgekehrt: ein wirklich schon ziemlich guter Lautsprecher kann irgend eine kleine Schwaeche haben und schon gibt es immer jemanden, fuer den die Kiste dann aufgrund seiner persoenlichen Praeferenzen ernsthaft unertraeglich klingt- so ist es nun mal mit uns Menschlein...

 

Mit besten Gruessen,

Th. Guenther, Entwicklungsleiter Akustik, MONACOR International

 

P.S. Selbstverstaendlich hatte ich Deutsch-LK

P.P.S. Rotwein und Jazz ist gut, Scotch und Rock aber auch, und zu den Orchestermusikern schreib ich irgendwann anders noch mal ne Anekdote, bis dann!

 

 

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Du Spalter :D:D !

 

Wir sind schon weiter (s.o), und ausgrenzen gilt nicht.

Ausserdem hats hier ja wohl schon knackigere Auseinandersetzungen und Anschubser gegeben.

 

Mit entspannten Gruessen,

Thorsten Guenther

 

RE P.S.:

>>PS: Es ist nicht auszuschließen, daß Erfahrungen (auch messtechnischer Natur) mit den verwendeten Chassis zu tun haben...

 

Ich kanns immer kaum glauben, was manche denken, worauf sich meine Aussagen gruenden.

Es gibt keine mir bekannte Chassis-Marke auf dem deutschen Markt mit Ausnahme von Cabasse (gibts die noch einzeln beim Wagner?), Ciare und Raven, mit deren Chassis ich nicht schon gearbeitet haette. Mal davon abgesehen waeren, waren und sind dauernd viele Leute erstaunt, wie (gut und aussagekraeftig!) Lautsprecher mit Chassis von MONACOR International klingen koennen.

 

 

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Das mit der Chassisgröße ist wieder mal eine Pauschalmeinung. Es ist schon möglich einen 20er mit einer 25erKalotte zu kombinieren. Ein Verwandter von mir plant ein Projekt mit dem Scan Speak 21 W 8555-00. Der hat einen sehr ordentlichen Frequenzgang bis über 2khz dann eine Resonanz. Zusammen mit dem XT300 oder dem Noferro 650 sollte der spielen können. Die Frequenzweiche wird sicherlich aufwendiger und ob sich der Klang durch Dopplerverzerrungen oder zu steilflankige Filter oder zu viele Bauteile verschlechtert wird sich zeigen. Lautsprecherbau ist fast immer ein Weg des geringsten Übels und so kann man eigentlich nie pauschal sagen die Maßnahme klingt besser als die usw. Dafür sind Hörgewohnheiten auch schon zu unterschiedlich.

 

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Hehehe ... siehste lieber Th Günther , deswegen hab ich mich ausgeklinkt. Weil ich weiss das ich heillos ÜBERLEGEN bin und auf polemischen Streit mit "zeitrichtigen Enten" keinen Bock habe , nachdem ich mich einige Mails lang habe blöde anmachen lassen.

 

P.S.: Gruss an die "zeitrichtigen Boxen und ihre Entwickler" , sowas baue ich im Tiefschlaf.

 

sonicfurby

 

P.P.S.: Hochachtung für Monacor !!!!

 

 

 

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Hallo!

 

Natürlich sind 20er TMT mit Papier-, Gewebe- oder Kunststoffmembran je nach "Resonanzanfälligkeit" bis ca. 2,2 kHz einsetzbar. Das die Membran für Feindynamik zu schwer ist etc., ist völliger Irrsinn. Bedingt durch die recht hohe Membranmasse und Schwingspuleninduktivität erhält man einen sauberen Rolloff, der steilflankige Weichen z.T. überflüssig macht. Mit der Schallbündelung brauch mir keiner blöd kommen... ;-)

Die Memphis von Proraum/Auris mit einem 20er Scan Speak hat auch die Konkurrenz souverän plattgemacht...

 

 

Grüsse

 

Ernesto

 

 

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>...außerdem habe ich das schon richtig

>verstanden.

>

>holli :-)

 

 

Hb ma wieder nen Drühner feddich , was ich am Berg das letzte mal erzählt hatte... Bin leider im Stress im moment , ich mail dir aber mal :))

 

seeeeervus

sonicfurby

 

 

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Hallo!

 

Folgendes ist die Kopie eines Beitrags aus dem März00.

Es ging auch um Zeitrichtigkeit.

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-----------------------------------------------------------------

 

Mein Vorredner meinte:

Weiterhin: nicht die Geigensaite alleine klingt. Der Klang wird, bis hin zu kleinen Details des Instrumentes, vom gesamten Instrument geprägt (Stichwort Stradivari). Der Klang wird auch vom Bogen geprägt.[/b]

 

 

 

tja, wenn man da weiterdenkt......

 

Unterschiedliche Entstehungsorte, somit unterschiedlich Laufzeiten der versch. "Schwingungen" (Saite, Körper,....) zum Ohr.

 

Das bedeutet: Zeitrichtig kann die Stradivari nur unter einem einzigen Abhörwinkel klingen! Oder?

 

 

Mhmm ?? ...... *grübel*

 

Gruß, Martin

 

 

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Moin,

 

die angesprochenen Dopplereffekte (Modulation) wirken sich bei einer flachen Filterung sicher aus.

Denoch ist das Zeitverhalten und eben die erste Wellenfront eines Signals zeitlich sehr viel genauer als bei anderen Philosophien.

Die tonale Änderung ist marginal und das Ohr reagiert darauf gutmütiger als auf zeitliche Fehler.

 

Ich habe nun mal die Erfahrung gemacht, daß nur zeitrichtige Boxen in der Lage sind alle Nuancen und Feinheiten einer Aufnahme wiederzugeben.

Das ist doch der MP3 Effekt. Wenn ich das feine Anschlagen einer Bassdrumm aufgrund zeitlicher Fehler erst nach dem Rest des Trommelschlages höre, wird der feine Anschlagton sicher von meiner Hörrinde im Hirn nicht verarbeitet.

 

 

 

Für mich zählt zu den Fundamenten in einer Prioritätenliste halt an erster Stelle die perfekte zeitliche Wiedergabe von Impulsen natürlich in Verbindung mit möglichst geradem Frequenzgang.

 

Ferner gehöre ich nicht zu den Hörern, die beim Genießen von Musik durch die Wohnung schlendern. Ich habe einen festen Hörplatz.

 

Das eine was man will, das andere was man kann.

 

 

Ciao

IMP

 

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Hi Anschubser,

nix für ungut!

Emotionen öffnen Missverständissen Tor und Tür.

Mein P.S. war nicht auf Dich, sondern auf mich bezogen! Meine Erfahrungen gründen sich i.w. auf Chassis von Focal, Davis Dynaudio und ScanSpeak. Meine Esotar, Esotec, T120K und 2905/97 haben bisher in jeder Kombination von Minimalstbeschaltungen profitiert (für meine Hörpräferenzen). Das dies mit anderen Chassis (weniger stabil) in die Hose gehen kann, oder zu anderen klanglichen Ergebnissen führt will ich offen lassen. So war´s gemeint!

Genauso wie die "ahnungslosen HighEnder" über die Du dich ärgerst, nerven mich die auswendiglernabernixanwendenkönnen Theoretiker die in nichtenden wollenden Wortergüssen jeden Beitrag eines "Fach-Laien" der über seine Eindrücke schreibt in Grund und Boden labern. Zuhause dann eine Aldi-Kiste für 199.- Mark, eine Weihnachtsplatte und eine "Best of Roger Whittaker" rumstehen haben.

Grußony

 

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Hallo Thorsten,

 

wir sollten uns auch noch kennen, ich bin ein alter Meilooner.

Es gibt in diesem Forum ein paar Leute, die nicht alles wissen,

sondern alles besser wissen. Mach Dir nix draus. Das ist so.

 

Ich gebe gerne zu, daß es ich nicht allwissend bin.

Deshalb eine Frage zurück:

Beim Durchlesen Deines Postings fiel mir die Sache mit dem Dopplereffekt auf. Klangtechnisch gebe ich hart aufgehangenen Chassis gegenüber weich aufgehangenen (fast) immer den Vorzug. Könnte das daran liegen, daß harte durch den hohen SPL nur geringen Hub ausführen und damit weniger Dopplerverzerrungen?

Oder hab ich da was falsch in den Hals gekriegt?

 

die aixmaus

 

 

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Moin, moin,

 

(scheiß enter-Taste, trägt mail ein ohne Inhalt.)

 

Also, nochmal. Deine ausführlichen, hoch interessanten technischen Ausführungen sind sehr hilfreich und bereichern das Forum! Worte wie Zeitrichtig sind ziemlich abgedroschen. Leider. Und das bei Hai-Ent-Schmieden seltenst die versiertesten Fachleute arbeiten, ist auch Fakt. Wares high-end ist öfter in der Industrie angesiedelt - leider aber oft zu konservativ.

 

Was mich immer nur ärgert, und da war Dein erster Beitrag etwas provozierend, ist das pauschale Verneinen - High-ender hören nichts und zeitrichtig ist Unsinn. Ich frage mich ernsthaft - warum werden LS-Boxen nicht zeitrichtiger entwickelt?

 

Ein guter Breitband-Kopfhörer: Woher wohl kommt dieser unglaubliche "musikalische Fluß". Versteckteste Rhythmen, komplexester Hall, alles "ist einfach da". Und die homogene Stimmwiedergabe, usw.. Das Hirn muß nicht basteln, sondern bekommt "ein Ganzes" - wie in natura. Wenn man dann den Kopfhörer absetzt und versucht, das über "normale LS" nachzuvollziehen, versteht man den Begriff zeitrichtig. Das Hirn wird befreit und hört plötzlich die Musik ohne Last. Klingt alles doof. Aber ist so!

 

Nach meiner Hörerfahrung ist diese Fähigkeit eines LS mit das Wesentlichste. Verfärbungen, Unpräzision, usw. - da "hört das Hirn drüber hinweg", ohne diese Anstrengung. Über Zeitversatz = mehrere Teilinformationen aber nicht. Ich empfinde, viele haben das auch so ausgedrückt, daß das Hirn bei Zeitfalscher Wiedergabe regelrecht von Instrument zu Instrument springen muß. Man muß sich drauf konzentrieren, auch nur ein einziges Instrument als Ganzes zu hören - mehrere Instrumente gleichzeitig geht oft nicht - Hirn überfordert. Beim Kopfhörer kein Problem - komisch...

 

Denselben Effekt hört man auch im altem Auto - zum Glück noch mit Breitbandlautsprecher oder dem Breitband-Küchenradio. Die Musik swinged, lebt, macht Spaß - auch ohne Transparenz, Megadynamik und Verfärbungsfreiheit. Hier spielt die Psychoakustik die erste Geige. Gerade wenig "zeitrichtiger" Bass wirkt oft wie dreimalsoviel.

 

So erlebt es der Endkunde. Alle Entwickler sollten es nachvollziehen und mal drüber nachdenken...

 

Gruß ohne Streit

 

Klaus

 

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Hi Martin,

leider bist Du einem elementaren Gedankenfehler erlegen.

 

Das Haupt-Mikro der Geige repräsentiert den Hörerort. Hier kommt der Geigeschall an. Dieses ist die Referenz. Die Summe aller - auch zeitversetzten - Anteile macht die Geige aus.

 

Der zeitfalsche LS gibt nun diesen Schall in zeitversetzten Blöcken wieder. Dabei wird die Information verfremdet.

 

Und: es wird nicht dasselbe Signal zeitversetzt abgestrahlt (da kann das Hirn bis xx ms drüber hinweghören und nimmt es als ein Signal wahr), sondern Anteile ein und desselben Paketes werden versetzt. Hierin liegt der Informationsverlust - den das Hirn mit "anstrengendem hinhören-müssen" straft.

 

Denk mal drüber nach! Siehe Kopfhörer-Beispiel in mail an T. Günther von Monacor.

 

Gruß

 

Klaus

 

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Alls klar,

 

war in der Tat ein Missverstaendnis von mir.

Bei den Hochtoenern, die Dir vertraut sind, ist schon nachvollziehbar, dass bei richtiger Kombination auch einfachere Filter zu sehr, sehr ordentlichen Ergebnissen fuehren.

Dabei faellt eben auch zwingend auf, dass grosse Membranflaechen so manches moeglich machen...

 

Roger W. ist echt eklig, dazu passt nur Chantré ;-) ,

 

Mit freundlichen Gruessen,

 

Th. Guenther

 

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Hallo Klaus,

 

Deine Ausführung zur Präzision sind schon sehr interessant.

Hast Du Dir schon 'mal überlegt, daß die Präzision eines Kopfhörers vielleicht durch die fehlenden Schallreflektionen des Raums zustande kommen könnte ?

Und bei Deinem Breitbänder oder Küchenradio sind wohl auch keine Reflektionen im Bassbereich im Spiel, denn die werden erst gar nicht abgestrahlt.

 

Es wundert mich, daß noch niemand den Workshop im aktuellen Stereo zur Zeitrichtigkeit aufgegriffen hat.

Das ist doch Wasser auf die Mühlen der "Zeitrichtigkeitsverfechter".

Allerdings sieht es für mich so aus, als ob bei diesem Workshop die Frequenzgangkorrektur, die man um Vergleichbarkeit herzustellen, wiederherstellen sollte grob vernachlässigt hat. Wenn man ein Chassis zeitverzögert, stimmt die Summenkurve des Freqzuenzgangs nicht mehr und man hört nicht nur den Fehler des Phasensprungs sondern auch den verbogenen Frequenzgang !!!

Da waren ja 'mal wieder Perfektionisten am Werk, oder habe ich da 'was überlesen ???

AR

 

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Hi,

 

ein kleines bischen was ist da tatsaechlich falsch im Hals:

 

Die Haerte der Einspannung erhoeht nicht den SPL.

Es ist nur so, dass meistens Chassis mit kleinerem Cms,

also haertere, relativ zur Flaeche/Durchmesser mit einer hoeheren Fs und damit einhergehend auch mit einem hoeherfrequenten Einsatzbereich ausgestattet sind.

Die steigende Resonanzfrequenz und das kleinere VAS sind die beiden unmittelbaren Folgen einer haerteren Einspannung.

Es gibt auch Faelle, wo sehr "harte" Chassis durch ein sehr hohes Mms wieder eine tiefere Fs bekommen, so wie sie fuer diesen Durchmesser dann vielleicht auch im HiFi-Bereich normal waere; dann ist der SPL sogar niedriger als bei "weicheren" mit groesserem Vas.

Der typische hohe SPL ist also wie gesagt Folge des Antriebs/Flaechen/Mms-Verhaeltnisses, dass z.B. typische PA-30cm-Treiber eher zu Mitteltoenern macht.

 

Zweiter kleiner Fehler: ein hoher SPL/w/m reduziert keine Modulations- und damit auch keine Dopplerverzerrungen.

Zur Herstellung bestimmter Lautstaerken mit einer definierten Flaeche ist auch immer eine konstante Auslenkung noetig.

Ein unterschiedlicher SPL definiert nur, wieviel Energie dazu gebraucht wird, also wenn man so will die Eingangserfordernisse.

Modulationsverzerrungen sind aber (einen guten Amp vorausgesetzt) ein ausschliessliches Membranhub-Problem.

Auch hier ist einfach im Normalfall der hoehere SPL/w/m Resultat der wie o.g. ueblicherweise groesseren Sd pro betrachteter Frequenz und in der Tat fuehrt eben diese groessere Sd dann natuerlich zu geringeren Auslenkungen/Modulationen, allerdings auch zu einer frueher einsetzenden Buendelung, was als Grenzfaktor ebenso beruecksichtigt werden muss, wie evtl einsetzende Zerfallserscheinungen der Membran bei zu grossen Sd pro Frequenz.

 

Deine Beobachtung/Empfindung macht also durchaus Sinn, nur die Ursache/Wirkungsverhaeltnisse liegen etwas anders.

 

Der Vollstaendigkeit halber sei aber noch auf den unlinearen Auslenkungsbereich, also das unkontrollierte Hin- und Herschlabbern von Hoechst-Cms-Chassis ;-) hingewiesen, der relativ zu einem festgesetzten Daempfungsverhalten des Amps bei "haerteren" Treibern eben durch deren eigene staerkere Rueckstellkraefte kleiner ausfaellt.

An dieser speziellen Stelle werden gleichzeitig mit den unkontrollierten Bewegungen natuerlich auch daraus resultierende Modulationen verringert.

 

Mit lautsprechertechnischen Gruessen,

 

Th. Guenther, Entwicklungsleiter Akustik, MONACOR International

 

P.S. bist Du noch in Kiel?, ggf. schoenen Gruss und so...

 

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Hy Holli

 

Ich habe bis zu einem Winkel von 45° bis 1800Hz keine Buendelung messen koennen (Teufel LTT206). Aber stelle Dir einfach die Membranflaeche von zwei 20´er mal vor (pro Box). Man sagt doch so schoen: Flaeche ist durch nichts zu ersetzen.

 

Gruss Marc

 

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Guest

http://www.plauder-smilies.de/wave.gif ihr zeitrichtigen diskutanten,

 

nen kopphörer mit nem LS zu vergleichen ist ja wohl der grösste unsinn schlechthin. die kleine membran brüllt direkt ins ohr. richtig, keine raumreflexionen. kein übergang von nah- ins fernfeld mit phasendrehungen, wechsel von luftmassebewegung zu kompressioneffekten. schon mal was von hallradius gehört? schon mal nen kopfhörer als LS im raum gehört? dnn lieber ein küchenradio *feix*

 

 

http://www.plauder-smilies.de/party/ylsuper.gif blow your speakers with rock'n'roll http://www.plauder-smilies.de/party/ylsuper.gif

 

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Guest

http://www.plauder-smilies.de/wave.gif Witte,

 

wenn man schon sehr wichtig-eloquent daherkömmt, sollte man auch wissen, was die geschickt eingeworfenen technical terms bedeuten, sonst macht ma sich lächerlich. Fremdproduktanalyse ist mithin NICHT die definition von benchmarking. dieses bedeutet lediglich bestimmte merkmalsausprägungen mit zahlen zu bewerten und zu einer alles beschreibenden kennzahl zu kommen. dies kann, muss aber nicht deine definition sein. man benutzt benchmarking auch in der kostenrechnung/controlling. sehr populär wurde der bregriff in der IT, wo man mit zahlen die rechneleistung verschiedener computersysteme vergleicht.

 

umgekehrt wird ein schuh draus.

 

 

http://www.plauder-smilies.de/party/ylsuper.gif blow your speakers with rock'n'roll http://www.plauder-smilies.de/party/ylsuper.gif

 

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