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Kobe

Jazz für Einsteiger

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Gude!

 

Gestern abend lief ein Teil einer tollen Dokumentation über Jazz im SWR3. Ich habe bis jetzt immer nur reingezappt, aber das hat schon das Interesse geweckt.

Leider habe ich bei Amazon gesehen, dass die komplette Serie auf DVD 100 Eumel kostet, und das Buch 65 (und beides auch bei Kritikern umstritten ist, liegt wohl an der Beschränkung auf den 'alten amerikanischen Jazz'; die Serie von ihm über den Sessionskrieg fand' ich aber recht gelungen).

Nun hab' ich immerhin schon ein paar BlueNote-Sampler, Birth of the cool, und Monk ist mir dank 'Nach 5 im Urwald' auch ein Begriff, ich suche aber mal ein einführendes Werk zum Thema Jazz, bzw. ein paar 'Meilensteine' (sowas wie Take Five/Timo Out von Brubeck, Cantaloop von Hancock oder so...?), die man so als Einführung empfehlen kann. Gibt's sowas überhaupt?

 

Dank & Gruß

Kobe

 

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Hi,

 

der Klassiker schlechthin ist wohl "Kind of blue" von Miles Davis. Mit dabei sind John Coltrane/sax, Julian "Cannonball" Adderley/sax, Bill Evans/pia, Paul Chambers/bas und Jimmy Cobb/per.

 

Mein persönlicher Favorit ist "A love supreme" von John COltrane.

 

Gruß

andreas

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Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß der Einstieg bei Sachen, die der eigenen Rock-/Pop-Richtung ähneln, gut funktioniert, besonders, wenn man anspruchsmäßig an Grenzen stößt und eine "höhere" Fortsetzung" quasi "in der Luft liegt".

Mit Begeisterung hörte ich John McLaughlin extremer Gitarre spielen, als diejenigen, welche ich bereits kannte (Hendrix ausgenommen). Ich spürte, daß der 1970er Miles Davis was Besonderes bot und er faszinierte mich, obwohl ich zunächst Schwierigkeiten hatte, ihn zu "verdauen". Aber zurück konnte ich nicht mehr.

 

Hätte ich jedoch mit "Kind Of Blue" oder "A Love Supreme" angefangen, wär vielleicht nichts draus geworden.

 

Einer Bekannten habe ich später mit einem Konzert des "Globe Unity Orchestra" den Jazz jahrelang verleitet ;(

Globe Unity ist für potentielle Einsteiger das blanke Gift :D

 

Gruß

 

Micha L

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Hi Micha L,

ich denke, wenn er schon mit "Take 5" liebäugelt, ist "Kind of blue" nicht weit weg. "A love supreme" ist vielleicht wirklich etwas anspruchsvoller...

 

 

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Gude!

 

Kind of Blue kenne/habe ich auch schon.

Ich sah auch mal auf 3Sat(?) ein Konzert mit Kenny Garrett (von der Jazz Baltica?), wobei er sein Sax richtig gut quälte, ich nehme an, es war Standard Of Language. Aber allgemein kann ich mit seinen Scheiben, besonders die langsamen Sachen, nicht allzuviel anfangen: Die Melodien sind ganz gut, aber er dudelt da nur so rum. Da gefallen mir die Cole Porter Songbooks besser (wenn schon langsam, aber das ist mehr Swing). Oder kommt das noch?

 

(Ich hoffe, ich werde jetzt nicht gesteinigt?)

 

Gruß Kobe

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Hi Kobe,

 

jetzt beschäftige ich mich schon über 12 Jahre mit Jazz und kenne immer noch nicht genug um wirklich Ahnung zu haben. Der Jazz kann so kompliziert sein oder auch so einfach. Die "Meilensteine" finde ich allesamt recht kompliziert, gerade für Anfänger. Meist ist damit eine Evolution oder auch eine Revolution im Jazz verbunden, die man nur versteht, wenn man auch die Entwicklung davor kennt.

 

Mit Interpretationen von Cole Porter bist Du da schon dem Mainstream auf der Spur und der ist allemal recht gefällig.

Allerdings mußt Du da schon genauer vorselektieren in Sachen Geschmack, sonst wird es immer schwierig bleiben.

Sollen es melodiöse Trios, Quartette oder Quintette sein? Sollen sie hauptsächlich von Klavier, Saxophon oder Trompete geführt werden? Oder soll es doch lieber eine klassische Big Band sein? Oder sollen es auch ruhig die komplizierten Melodien sein, die mitunter einen konzentrierten Kopf erfordern? Oder auch mal Jazzgesang?

 

Du siehst, der Jazz hat soviele Facetten, man kann sie nur langsam einkreisen. Ich persönlich finde den Jazz jedenfalls schwieriger zu durchschauen als die gesamte Popmusik.

 

 

Grüße, Amin

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Gude!

 

>Du siehst, der Jazz hat soviele Facetten, man kann sie nur

>langsam einkreisen.

Ja, genau. Das Problem ist nur: Wie? Und vor allem: Wenn ich nicht irgendwann man damit anfange...

Mein Gedanke ist nur: Wenn mich jemand nach einer Richtung in der Rockmusik fragt, nehm' ich ja nicht z.Bsp. den 23. Abklatsch von Depeche Mode oder die 153. Band, die sich wie Slayer anhört, sondern gehe schon auf die 'Orchinole'. Miles Davis (ich hab' mir gestern noch mal 'Birth of the cool' angehört, da sind schöne Sachen drauf) ist allem Anschein nach ein 'Orchinol', Monk auch, aber sonst...?!?!

 

>Ich persönlich finde den Jazz jedenfalls

>schwieriger zu durchschauen als die gesamte Popmusik.

 

Hm. Wenn man bekenkt, dass der R'n'R in einer etwas kürzeren Zeit auch schon sehr viele Faceten entwickelt hat... Alleine die 7554 Stilrichtungen des Hard Rock, zwischen der 1. Black Sabbath oder Led Zeppelin-Scheibe bis zu dieser komischen Keyboard-Kinder-MTV-Mucke mit Einheitsbreiakkorden. Wenn ich da nicht auch schon seit 15 Jahren dabei wäre (und das Glück habe, einen guten Rockclub zu kennen, in dem auch heute noch 'Stairway' und Birth Control (also alte Klassiker) gespielt wird), würd' ich da auch ziemlich blöd dastehen.

 

Gruß Kobe

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Hallo Amin,

 

weil Jazz nicht einfach ist, aber alles mögliche verarbeitet, empfehle ich nochmals die Anlehnung an gewohnte Rock-/Popsachen.

 

Ein Rockfan sollte sich also Rockjazz vornehmen. Nils-Petter Molvaer macht techno (?)-artige Sachen. Folk-Jazz gibts in vielen Varianten.

 

Dagegen scheinen mir Bop-Meilensteine nicht geeignet, Anfänger zu begeistern.

 

 

Gruß

 

Micha L

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Hi Folks,

 

das mit der Einführung in das Thema Jazz ist natürlich eine heikle Sache.

 

Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass lebhafte, spontane Dialoge/Duelle ;) während eines Konzerts einen guten Einstieg bilden könnten. Ein göttliches Horn ist nunmal ein Traum...wenn man dann noch zwei davon haben kann...:*

 

Spontan würde ich empfehlen

 

... "Sonny meets Hawk", eine wundervolle Aufnahme der beiden Tenorsax-Giganten Coleman Hawkins und Sonny Rollins...

 

oder

 

... "Coleman Hawkins encounters Ben Webster"

 

 

... "Sonny Rollins - Our Man in Jazz"... ein Livekonzert der Extraklasse...

 

 

...vielleicht ist ja was dabei.

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Hallo Michael,

 

bei Rock- und Folkjazz muß ich passen. Allerdings finde ich, daß das nur noch marginal mit Jazz im klassischen Sinne zu tun hat. Kobe sprach u. a. von Cole Porter. Ich denke da ist er als Einsteiger bestens aufgehoben. Schließlich ist meine Empfehlung sich als Einsteiger aus dem Mainstream die typischen "Standards" anzuhören. Fast jeder Jazzer hat damit mal eine eigene Platte aufgenommen. Von dort aus kann man sich dann in alle Richtungen bewegen. Und dann stellt sich mir noch, wie schon oben erwähnt, die Frage, welche Instrumente man bevorzugt. Mir persönlich gehen die meisten Saxofonisten schnell auf den Keks. Von den Trompetern kann ich nie genug bekommen. Kobe sollte da auch unbedingt seinen Geschmack einkreisen.

 

Ein Tip von mir wäre noch öfter nach Jazz in den dritten Fernsehprogrammen Ausschau zu halten, da gibt es immer aufgezeichnete Jazz-Festivals in den Abendstunden. Und da dürfte für jeden etwas dabei sein. So hatte ich auch mal angefangen und mir so die ersten Namen notiert.

 

 

Grüße, Amin

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Purist ! ;-)

 

Mir persönlich sind die meisten Sachen vor 1960/65 zu "klassisch".

Schlimm finde ich Neuauflagen, wie Wynton Marsalis.

Logisch, denn auch in meiner Rockära liebte ich extreme Sachen.

 

Gruß

 

Micha L

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Hallo Michael,

 

soviel "Purist" muß sein. ;-)

Allerdings muß ich gestehen, Aufnahmen vor 1965 kann man bei mir mit einer Hand aufzählen. Ich hatte heute Nachmittag nur Clark Terry laufen - hoffentlich macht er es noch ein paar Jahre mit seinen über 80.

 

Und die habe ich gerade bestellt:

 

http://www.amazon.com/exec/obidos/tg/detai...=glance&s=music

 

Kobe, wenn Du noch mitliest und ein paar Jazz-Links zum Anhören möchtest, dann melde Dich.

 

 

Grüße, Amin

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Hallo Amin,

 

die Herren spielten nach 65 nicht anders, oder?

 

Da ziehe ich M. Davis, Paolo Fresu und (mit Abstrichen) N. P. Molvaer vor. Oder den (bisher) weniger bekannten Vu Cuong.

 

Gruß

 

Micha L

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Hallo Michael,

 

wie war das denn genau gemeint:

 

>>>die Herren spielten nach 65 nicht anders, oder?<<<

 

Meinst Du ab dem Alter von 65 oder ab 1965? Wie auch immer, ich denke sie spielen viel Reifer im hohen Alter - einfach vollkommener.

 

Außer Miles sagen mir die anderen die Du aufgezählt hast leider nichts. Der Miles hat auch "fast" nichts was mir persönlich an einem Trompeter gefällt. Kind of blue fehlt aber auch in meiner Sammlung nicht. ;)

 

Komisch, Kobe hat sich scheinbar abgemeldet?

 

 

Grüße, Amin

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Hallo Amin,

 

ich meinte, daß sie nach 1965 im Prinzip dasselbe spielten.

Wynton Marsalis könnte deren Enkel sein, spielt aber so, als wär die Zeit damals stehengeblieben. Das soll keine Wertung sein. Es ist nur nicht mein Ding.

Miles Davis ist anders. Der hat seinen Stil stets verändert.

 

Gruß

 

Micha L

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Hallo,

 

also das Geheimnis der Geschichte des Jazz liegt

zumindest in leztzer Zeit direkt mit der Arbeit

von Miles Davis zusammen. 50´Jahre mit Charlie Parker,

60´er mit z.B. Herbie Hancock, 70 ér mit John Mc Lough,

wo er Jimi H nachahmte bzw. übertraf, worauf dieser ein

paar Pillen zufiel einwarf und an edlem Gesöff verschied.

 

90´er Annäherung an die Popmusisik, und da ist der Jazz

dann stehengeblieben. Diana Krall und Co säuseln auch

nur Vergangenes.

 

Miles war der Wegbereiter des Jazz. Es gibt keinen

neuen,ich kenne jedenfalls keinen.

Vor ca. 10 Jahren erschien in Buchform sowas wie eine

Autobographie, da steht alles drin.

 

Ich höre gerade M2 von Marcus Miller.

Der spielte in Endzeiten bei M.D. den Bass.

Recht popig, kann man bestimmt auch als Einsteiger verkraften.

 

Einiges tut sich auch in Deutschland. Es gibt eine neue

"Kraan" : "Through"

 

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Hallo Matthias,

 

Du meinst sicher die, welche Miles mit einem gewissen Quincy Troupe geschrieben hat (in dt.: Hoffmann und Campe 1993).

 

Gruß

 

Micha L

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Hi Micha,

 

weiß ich nicht mehr, eher nicht.Ich habe das Buch nur 3 Std. durchgeblättert, aber es war wohl eher das 1990 er von Heyne.

Auch von Quincy Troupe.

 

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Ich höre gerade Oregon.

Die Gruppe könnte ein idealer Einsteig für Leute mit Rock-/Pop-Hintergrund sein.

Die Aufnahmen sind stets auch klangliche Highlights.

 

Schönen Sonntag

 

Micha L

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Soeben erschienen: "The Praise Of Dreams", die neue CD des norwegischen Saxophonisten Jan Garbarek.

Für Einsteiger ist sie insofern geeignet, da sie weniger "unbequem" ist, als manches andere Jazzalbum.

Die Musik, welche der Meister zusammen mit Kim Kashkashian (viola) und Manu Katche (dr) aufgenommen hat, ist einfach himmlisch schön.

Jazz ist dabei mit Folklore, klassischen Elementen und dezenten Techno (?)-Beats verwoben.

Zum Klang sage ich nur: ECM.

 

Gruß

 

Micha L

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Hallo Micha,

 

wußte gar nicht, daß Du Oregon magst.Die haben mit

Blues ja eher weniger zu tun. Und so wie "echter"

Jazz klingt die Musik ja nun auch nicht, eher Richtung

Etno-Folk.

 

1979 hörte ich im WDR eine Sendung von Karl Lippegaus,

er spielte ein Stück aus der "Roots in the Sky".

(bis heute meine Lieblingsscheibe von denen)

Außerdem spielte er ein Stück von Jim Pepper(Sax),

live aufgenommen in Münster; "Witchi-Tai-To".

Dieses gibt es auch in einer Version von Jan Gabarek,

Titel der LP gleichnamig.

 

Die Scheibe gefiel mir dermaßen gut, daß ich mir etwas

später auch die 1Jahr vorher erschienene "Out of the Woods"

holte, worauf besagtes Stück auch enthalten ist.

 

Das Orignal von J.Pepper konnte ich erst Jahre später

auftreiben. Pepper spielte auf einigen Platten so eine

Art Native-Indian-Folk-Jazz(er stammt von Indianern ab),

auf anderen späteren allerdings Jazz pur.

 

Seit Collin Walcott nicht mehr dabei ist, fehlt der

Musik von Oregon allerdings einiges. Trilok Gurtu?

konnte da nicht wirklich die Lücke füllen.

 

Grüße

Matthias

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Hallo Matthias,

 

meine musikalischen Interessen sind vielfältig ;-)

Oregon steht zwar bei mir im Plattenschrank. Sie gehören aber nicht zu meinen Favoriten.

Da viele Rock- und Popfans gern Folk im weitesten Sinne hören, schien mir Oregon als Einstieg zum Jazz geeignet. Anfänger mögens vieleicht nicht so "sperrig", eher gefälliger, wie eben Oregon. Mir hingegen sind die Jungs meist zu glatt (zu wenig Spontanität).

 

Mit seiner Neuen hat Garbarek diese Klippe trotz "Schönklang" umschifft.

Seien wir ehrlich: Wir lieben Schönklang - nur süßlich darf er nicht sein. Und das ist schwer zu bewerkstelligen.

 

Gruß

 

Micha

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Hallo Micha,

 

meine musikalischen Interessen sind auch vielfältig.

Oregon gehen ja sogar bis in den KLASSIK-Bereich

hinein, worauf sich eine gute Bühne zum Testhören

ergeben sollte.

Wenn doch all die Hifiologen wüßten, wie gut

Jazz - Aufnahmen klingen, sie würden keinen

mainstream mehr hören wolllen.

 

Als Einstiegsdroge zum Jazz solte Oregon

allemal geeignet sein.

 

Du hast das anscheinend theoretisch nachvollzogen,

ich hab`nur geschrieben, wie es so war.

 

Schönklang? Warum besorge ich mir ein besseres

Sowieso-Kabel ? Du nicht auch ?

 

Meinst du mit der neuen Gabarek die "Praise of Dreams"?

 

die werd` mir auf jeden Fall besorgen, auch die

"Live at Yoshi`s", von eben diesen, Oregon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hallo Matthias,

 

klar hab ich die "The Praise Of Dreams" gemeint.

 

Natürlich meinte ich mit Schönklang schöne Melodien. Die technische Seite würde ich eher "angenehmer Klang" nennen.

 

Gruß

 

Micha

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