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Tuvok.

Filmkritik: Cerro Torre

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Der Film wurde 2014 gedreht. Dieser 100 Minuten Film ist eine Koproduktion von Argentinien, England, USA, Österreich. Der Regisseur ist der Bergsteiger Thomas Dirnhofer. In der Hauptrolle ist David Lama zu sehen. Der wurde 1990 in Innsbruck geboren. 2007 war er bereits mit 17 Jahren Europaweltmeister im Bouldern, das kennt man wenn man in Sporthallen klettert. Und er ist mehrfacher österreichischer Meister sowohl bei den Junioren als auch bei den Erwachsenen, was ihn eben als derzeit besten Kletterer der Welt auszeichnet. Sein Vater kommt aus Nepal, in der Nähe vom Mount Everest, und seine Mutter aus Innsbruck. Zu klettern hat er bereits mit dem 6. Lebensjahr begonnen.

 

Er war der jüngste bis jetzt der Schwierigkeit 8 a geklettert ist, da war er erst 10 Jahre alt, das ist wie wenn ein 6 Jähriges Baby mit 3 Köpfen und 19 Augen in einem Formel 1 Wagen fährt, und durch den Wald runterfährt. Zwischen die Bäume durch.

 

Er hatte damals 2007 die Idee dass er in Patagonien den schwierigsten Berg zum klettern begeht, den Cerro Torre. Eiswände, spiegelglatt, brüchige Felsen, keine Halterungen, und was weiß ich. Den Berg zu klettern ist wie wenn du Blind bist, einen Rucksack mit 100 Kg hast, 200 Meter tief tauchst, gegen einen Wal kämpfst, während du mit einem Seelöwen Schach spielst, dazu einem Hai die Zähne ziehst und Spaghetti Bolognese kochst, dass natürlich alles unter Wasser, blind und vielleicht noch eine Sonate komponierst auf einem alten Klavier dass du in einem Wrack gefunden hast in 200 Meter Tiefe.

 

Und diesen Berg hat David Lama der ja der Beste Freikletterer ist der Welt geschafft und gemacht. Nun, ja ist ein Spoiler im Film, aber mittlerweile kennt eh jeder die Story, wenn er sich für Klettern interessiert.

 

Anfänglich bin ich im Kino mit einem großen Staunen gesessen, nach dem Film dachte ich, meine Güte, 7 € für so einen langweiligen Film, die Zeit ist verschissen, meine Freundin ist eingeschlafen, hat in der Zwischenzeit 4 Kinder bekommen, einen Kuchen gebacken, war in der Zwischenzeit zu Hause und hat die Wände tapeziert und nun ist sie aufgewacht, gerade wie der Film aus war.

 

Ich habe sie dann gefragt mit süffisantem Lächeln, na hat dir der Film gefallen? Sie hat gemeint, welcher Film? Ich habe ihr dann versucht die Handlung zu erzählen, aber nach 3 Minuten wusste ich nicht mehr weiter, und mußte 2 Minuten davon sowieso schweigen.

 

Nun der Film hat keine Handlung keine richtige Filmhandlung. 1 Typ, findet einen andren Typen und hat 3 Expeditionen dank Red Bull geschafft um den grauslichen Cerro Torre freihändig zu beklettern ohne Haken in die Wand zu schlagen.

 

Also ich meine die Haken wo die Schnur da hängt, wo du raufkletterst und damals vor vielen Jahren waren schon so ein Irrer da oben und hat einen 70 Kg schweren Kompressor raufgeschleppt um die ganzen Haken mal in die Wand zu bohren, so was nennt man Erstbesteigung, und als 2012 dann der Lama Typ da raufgeklettert ist, hat man 325 Haken wieder rausgebohrt. Meine Güte, die haben einen Vogel.

 

Jedenfalls, dieser 3.133 Meter hohe Granitberg, der sich im Campo de Hielo Sur an der argentinisch-chilenischen Grenze befindet, ist ja in der Nähe von so einem berühmten Nationalpark zu Hause. Es war so ungefähr 1958 als Walter Bonatti und Carlo Mauri über die Westseite eine beachtliche Höhe erreichten, ich weiß nicht wie hoch, jedenfalls waren die damals die Ersten. Und auf der Ostseite war es der Trentiner Cesare Maestri der diesen Berg beklettert hat, und dort oben als Beweis den 70 Kg schweren Kompressor gelassen hat.

 

Am 30.1.1959 war dann der Italiener mit TONI Egger oben, der ja gestorben ist, er stürzte ab. Als man damals den Maestri beglückwünscht hat, kamen bald wieder laute Stimmen auf, die an seiner Geschichte gezweifelt haben, weil es gab ja keine Video oder Kamera Aufnahmen, und 1970 war er wieder so weit, und kletterte rauf, auf der Kompressor Route, so hieß die Route seit dem und da hat er eben den 70 Kg Kompressor beklettert.

 

Übrigens im genialen Film, „ Schrei aus Stein“ vom Werner Herzog liefern sich ein Bergsteiger und ein Freikletterer einen Wettkampf zum Gipfel des Cerro Torre, und ich muss sagen dass dieser Film wirklich sehr gut ist, obwohl er älter als der Film hier ist. Was mich wundert ist dass man gar nicht von dem Film hörte, der damals gedreht wurde, und das war 1991, ja ein richtiger Film war das.

 

2009 war es bei der 2. Tour fast so weit dass man den Berg besteigen konnte, aber man ist an den Berg falsch herangegangen, und das war das Problem wieso der Lama Typ samt Crew, die Filmcrew machte später nicht mehr mit, einen 3. Anlauf brauchte.

 

Ich sage es gleich vorweg, Die Geschichte rund um den Film ist langweilig, man sieht die Typen herumhocken über Träume reden, über die Vergangenheit reden, man hört die Stimme aus dem Off, man sieht etwas vom Berg und von der Besteigung damals, alte Filmaufnahmen, man sieht die Typen im Lager in Patagonien herumschlafen, man sieht sie lachen und Essen, und schlafen und was weiß ich, ja ist das interessant? Nein sicher nicht, der Film hat ungefähr 10 – 15 % gute Szenen, gute Landschaftsaufnahmen und der Rest ist stinklangweilig, ja okay für Kletterer nicht, oder für Leute die auf Lama stehen aber irgendwie habe ich das Gefühl, da passe ich nicht her.

 

Ja ich wollte den Film sehen weil er eine gute Sache ist, weil es mal was anderes ist ich habe durchgehalten ich fand ihn nicht so übel, ich habe aber in der Zwischenzeit 2 Spiegeleier gemacht und im ganzen Kinosaal haben sich die Leute bei mir bedankt dass sie was zu essen hatten.

 

Wenn ich an die alten Bergfilme mit Luis Trenker denke, die waren viel besser. Was mich am Film stört ist dass zu wenig Kletterpassagen zu sehen sind, viel zu viel privates Ding, in einem Kletterfilm will ich gefährliche Felspassage in Großaufnahme sehen, ich will das sehen weil es mir gefällt, aber nicht das ganze rundherum das mag ich gar nicht, das macht den Film öde und gar nicht spannend.

 

Der Film hat fast keine Spannung, gute Aufnahmen, hat Typen die mich nicht interessieren, wie in der Skater Szene möchte ich in der Kletterszene nicht reinschnuppern und auch wenn ich das gerne sehe, ja was bitte ist denn da so super auf einen Berg zu klettern ohne Seil und was weiß ich? Da klettere ich lieber auf meine mollige Freundin rauf, wenn ich oben bin brauche ich eh ein Sauerstoffzelt, und dann geht es auf Höhlentour, viel interessanter auch wenn es nicht so hoch ist, dafür ist es warm und angenehm.

 

Die Aufnahmen mit der Helmkamera sind super, die ganzen Berg Typen die bekannt sind, die sprechen englisch und man liest was mit deutsche Untertitel meine Güte ist das öde, ich sage nur der Film ist ein Quatsch, außer den guten Szenen oder man ist so ein Kletterfreak das man nur für den Sport lebt und das Poster vom nackten David Lama über den Bett hängen hat oder so, sonst ist der Film wirklich nicht so super.

 

Die Schönen Aufnahmen und die Natur waren super der Rest zu vergessen darum nur 60 von 100 Punkten, leider.

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