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AW

Weitere Erfahrungen mit Reith'schem Amp

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Hier ein paar Zeilen zu meinen Erfahrungen mit dem Reith’schen Amp. Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen. Da hier sowieso nicht so viel geschrieben wird, eröffne ich dazu einen neuen Threat.

 

Vorab: mein Ehrgeiz ist es, das mögliche Maximum an Klangqualität mit geringsten finanziellen Mitteln zu erreichen. Ich hoffe, das ist OK. Ich will mir in meinem Arbeitszimmer eine schöne, feine, kleine Mehrkanalanlage aufbauen. Eine Anlage zum reinen Stereohören habe ich im Wohnzimmer und damit ist auch meine Frau zufrieden. Hintergrund der ganzen Sache ist meine Verärgerung über einen völlig missglückten Kauf eines Surroundverstärkers und meine danach gestartete erfolglose Suche nach einem meinem Geschmack entsprechend gut klingendem und bezahlbarem Teil. Daneben erinnerte ich mich, dass ich früher mal viel selbst gebaut habe, unter anderem Elektor Endstufen, den MPA und den LFA-Amp, meiner Meinung nach gut klingende Endstufen, die sich aber aus Mangel an noch lieferbaren Bauteilen nicht oder nur schwerlich auf weitere Kanäle erweitern lassen. Zudem ist mir zuletzt nach fast 15-jährigem Betrieb eine LFA-Endstufe abgeraucht… Richtig stabil waren die eigentlich nie.

 

Ich habe mir günstig die kleinen Canton Ergo 200 besorgt, dazu einen passenden CM500 Center und den AS2. Ich finde die Ergo 200 neutral, präzise, schnell und auch für die Größe baßstark. Ich bin kein Bassfetischist. Mir gefallen sie und ich will sie behalten. Zuspieler sind ein Sony SACD DVP-NV900 und mein alter Thorens, der Vorverstärker ist eine Eigenkreation, modular aufgebaut. Falls jemand ein Bild davon sehen will, kann ich es einstellen.

 

Der Reitsche-Amp ist an diesen Lautsprechern und in dieser Kette eine Prinzessin auf der Erbse. Oder ich bin es. Denn mit dem Amp hört man alles, im Guten wie im Schlechten. Klar war schnell, dass mein anfänglicher Versuch, das Teil mit 2x36Volt zu betreiben, nicht überzeugen wollte. Der Austausch gegen einen 2X40Volt-Typ brachte eine enorme Verbesserung in Sachen Dynamik und Feinzeichnung. Meine SACD’s ( Dire Straits, Peter Gabriel, Klassik usw.) klangen nun allesamt präzise, sauber und frei von allem, was nichts mit der Aufnahme zu tun hat. Auch einige CD’s konnten zulegen: bspw. ist Eric Claptons ‚Unplugged’ nun der absolute Genuss. Andererseits waren einige CD’s nun weniger zu genießen: aggressiv in den Höhen, irgendwie harsch in den Mitten. Das klingt heftig, ist aber eher bei gemäßigter Lauststärke zu hören, lauter bessert sich das etwas. Dies schiebe ich auch auf meine Canton’s, dennoch sind sie aber in der Lage, mit anderen Sachen sehr schön zu spielen. Ich habe nun sehr viel ausprobiert: am Eingang des Amp habe ich keine C’s, dafür kann ich an meinem Vorverstärker nach Lust und Laune walten und schalten. An C’s probierte ich fast alle meine Gesammelten in allen Kombinationen aus. Alle Siemens MKP und Röderstein MKT, die wirklich nicht die Schlechtesten sind. Es gibt bestimmt Besseres, nur habe ich da keine Ahnung. Um es kurz zu machen, am besten klang es für mich ohne C’s, was auch funktioniert, da sowieso kein Offset vorhanden ist. Einen weiteren Sprung machte für mich, die BBM-Zeit etwas zu verlängern, der nächste war dann der Austausch des C’s im Ausgangsfilter gegen einen 470n MKP. Schon erstaunlich, wie viel am Klang man mit diesen Dingen verändern kann, ohne dass irgendetwas sonst an Bauteilen verändert werden muss und ohne dass man die Stabilität der Endstufe verschlechtert, wenn man es nicht übertreibt. Keine Edelteile an OP’s und Kondensatoren, alles mit den Standartteilen. Ich denke, dass ich nun einen Kompromiss gefunden habe, mit dem ich sehr zufrieden bin. Es klingt jetzt mit einigen CD’s, SACD’s und LP’s nicht mehr ganz so dynamisch, dafür aber auch mit schlecht abgemischten (?) Sachen noch ganz ordentlich. Noch schwanke ich, denn mit dem Thorens macht die Originalbestückung am meisten Spaß. Das hätte ich am allerwenigsten erwartet. Aber ich will ja auch eher Surround. Ich habe nicht verglichen, nicht mit meinem Marantz an meiner Stereoanlage, nicht mit den dort laufenden Lautsprechern, vielleicht irgendwann mal. Jetzt noch ein paar Kanäle, einen 6-Kanal-Vorverstärker und ich bin glücklich. Der Aufbau an sich ist problemlos und falls man Fragen hat, wird man von Herrn Reith wirklich gut über alles informiert.

 

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Hier noch ein kleiner Nachtrag: mir gefällt der Amp von Tag zu Tag besser. Ich bin mehr und mehr begeistert. Was der Amp aus dem kleinen Boxen rausholt ist wirklich phänomenal. Das Teil ist weder kühl noch warm im Klang, sondern gibt das wieder, wie es abgemischt ist. Habe mir heute u.a. Jan Garbarek's 'Visible World' angehört und war schlicht von den Socken... Rund wie ein reifer Apfel, hervorragend. Warum nur assoziirt man Class-D immer mit Schärfe? Der Amp jedenfalls ist weit davon entfernt. Das Problem ist, dass man sich zu sehr darauf konzentriert, etwas zu hören, was man nicht hören will... Tja, da spielt die Psyche doch mehr mit, wie ich dachte. Selbst beim hören gibt es 'Vorurteile'. Na ja, wohl keine weltbewegende Neuheit, aber dennoch... Ich bin wirklich begeistert.

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Hallo,

 

sehr schön, dass Dir der Verstärker so gut gefällt. So soll es sein.

 

Aber ganz davon ab: woher weißt Du, dass der Verstärker das genau so wiedergibt, wie es auf der Platte abgemischt wurde oder anders gefragt - woher weißt Du, wie es klingen muss? Wenn hier wieder einmal das Prädikat "neutral" vergeben wird, muss ja irgendwo ein Vergleich zu sonstigen Idealen bzw. solchen, die es nicht sind, existieren. Tut es das? Mit welchen Verstärkern hast Du den Amp denn verglichen?

 

Gruß, Marc

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Hi,

 

Hubis Kistchen spielen schon richtig gut..glaub dem AW das :-))

 

jauu

Calvin

 

ps: melde Dich bitte mal bei mir wg. Weiche etc. BikerCalvin ätt gmx.de

Ber ESEL läuft mit dem Dipolbassturm granatig gut....aber die Weiche könnte nen Versuch vertragen ;-)

 

getting more and more amused :-)

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Dachte ich mir, dass die Frage kommt.:) Nein, ich habe nicht verglichen, ganz bewusst nicht, weil selbst dann wird derjenige Zweifel haben, der es nicht hören will. Die Vergleiche haben andere schon vollzogen, viel besser und kompetenter, als ich das kann. Nein, ich bezog mich einfach auf meine Erfahrungen mit Verstärkern. Alle, die ich hatte und habe, haben klanglich eine Tendenz, die praktisch mit jeder CD usw. zu hören ist, ob die jetzt gut aufgenommen ist oder schlecht. Dies ist bei diesem Verstärker nicht der Fall. Er kann tendenziell sowohl rund und warm klingen als auch kühl und analytisch. Da ich das in dieser Form noch nie bei einem Verstärker gehört habe, schiebe ich das auf die Abmischung. Sind aber auch nur meine Schlußfolgerungen, andere mögen es anders sehen. Zudem habe ich diese ganzen High-End-Sachen für mehrere tausend Euro, von denen hier oft die Rede ist, noch nie gehört.

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Nimm es mir nicht übel.:) Ich wollte es halt ausprobieren. War dann aber doch erstaunt, wie viel die höhere Spannung ausmacht.

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Ich nehm dir nix übel, deswegen ja das ":+" .....die Endstufe wird sich auch noch etwas einspielen, runder und noch natürlicher werden. Ein echtes Sahneteil, die beiden komerziellen, eine für 2 und eine Andere für 3k sahen ganz schön blass aus.

 

Bei mir treibt sie Tannoy Studiomonitore, selbst die alten Piaf Aufnahmen machen richtig Spaß, ich bin seit knapp einem Jahr hin und weg.

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