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Bolandi

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  1. Hallöchen, Christoph! Interessant ist das Verhalten zwischen 20 und 40 Hertz... Hier sieht man deutlich, wie bei der Verschiebung auf der Dipolachse hin zur Raummitte deutlicher Pegelzuwachs entsteht, bei der Verschiebung auf der Nullachse sich aber nur unwesentliche Veränderungen zeigen. Selbst bei Aufstellung direkt an der Seitenwand liegt der Nutzpegel bei 20 Hertz nur 2-3 dB tiefer als in der Raummitte. Erst bei Frequenzen um 80/90 Hertz bricht der Pegel ein während der Pegelverlauf zwischen 40 und 60 Hertz bei der Wandaufstellung sogar gleichmässiger erscheint. (Der einbruch bei 65-70 Hertz liegt ja im Abstand zur hinteren Wand begründet, also auf der dipolachse...) Scheinbar ist also die Richtcharakteristik im Tiefbass so ausgeprägt, daß eine Verschiebung auf der Nullachse vernachlässigbar ist, wenn die Trennfrequenz ausreichend tief liegt (bei deinem Beispiel wäre bei Aufstellung an der Seitenwand ja auch die typische 80-Hertz Surroundtrennung völlig problemlos!), dies zeigt sich auch am massiven Wegbruch des Pegels unterhalb von 40 Hertz bei den gedrehten Messungen auf der Nullachse. Der Dipol kann also scheinbar auf der Nullachse so gestellt werden, wie es wohnraummässig eben passt, auch direkt an der Wand. Dies wäre tatsächlich ein Vorteil gegenüber konventionellen Subs, bei denen ja die Verschiebung in jeder Achse enorme Auswirkungen hat. Schöne Grüße, Günther @Hubert: Der letzte Satz deines Posts könnte von mir sein... :-)
  2. Hallöchen, Hubert! Deinem obigen Mail kann ich nur in allen Punkten zustimmen. Zugunsten der Wohnraumtauglichkeit bin ich selbst auch immer zu Kompromissen bereit. Ich finde Deinen Versuch in der von dir durchgeführten Art und Weise sogar sehr lehrreich und habe selbst durch die Analyse einiges an Anregungen und Erkenntnissen gewonnen. Dafür meinen herzlichen Dank! Wobei ich persönlich den Versuch aber nach wie vor für zu früh abgebrochen erachte und überzeugt bin, daß gerade du mit deiner Kompetenz im elektronischen Sektor hier noch wichtige Erkenntnisse für die DIY-Allgemeinheit hättest sammeln können. Und ich werde immer vehement oponieren, wenn aus durch suboptimale Vorgaben gleich welcher Art eingeschränkte, sehr persönliche Experimente, die sich in keinster Weise übertragen lassen oder gar Rückschlüsse über ein Konzept als solches zulassen, dann ohne eingehende Analyse aller Faktoren grenzwertige allgemeine Thesen entwickelt werden, die deutlich kontraproduktiv für eine konstruktive Diskussion sind. In diesem Zusammenhang bitte ich dich sehr, nochmals sorgfältig besonders deinen zweiten und dritten Post in dieser Diskussion als Antworten auf "soundcontrol" zu lesen. Schöne Grüße, Günther
  3. Hallöchen, Christoph! Zusätzlich zu den Grundmaßen wäre noch die Höhe interessant... Hast du auch mal ´ne Vergleichsmessung mit dem Mikro an verändertem Standort gemacht? Als erstes zeigen deine Messungen, daß der Dipol genauso aufstellungsabhängig ist, wie jedes andere Tieftonsystem auch. Zum anderen zeigen sie das zum Monopol "gegensätzliche" interagieren mit den Raummoden. Sie zeigen aber auch, daß selbst unter ungünstigen Verhältnissen sehr schnell eine zufriedenstellende Aufstellung mit hinreichender Linearität und wohnraumgerechter Platzierung möglich ist. Interessant finde ich die überall sichtbare starke Überhöhung bei 45 Hertz, die sich eigentlich nicht aus den Raummaßen herleiten läßt und auch deutlich über der Resonanzfrequenz des Tieftöners liegt. Auffällig ist vor allem, daß sich teilweise sehr gut kompensierbare Frequenzganganstiege mit guter Linearität bis unter 30 Hertz ergäben, wäre diese Überhöhung nicht. Kann es sich um resonnierende Flächen handeln, z.B. ein großes Möbelstück...? Zum anderen ist mir ein deutlicher Kammfilter aufgefallen, der sich durch viele Messkurven zieht mit Einschnitten bei ca. 65, 95, 130, und 180 Hertz, dieser scheint mit der Aufstellung einen Meter vor der Rückwand zu korrespondieren (vgl. die erste messreihe! Der Kammfilter könnte mit dem Längenmaß des Raums von 3,6 zusammenhängen, 95Hertz=3,6m) Bei Wandaufstellung verändert sich der Kammfilter kaum bei der Drehung des Gehäuses, dies könnte mit der Änderung der Richtcharakteristik durch die wandaufstellung zu tun haben. Bei der mittigen Aufstellung hingegen werden die unteren beiden Einschnitte des Kammfilters völlig aufgehoben, die oberen beiden bleiben bestehen. Dies zeigt zugleich, daß im oberen Übertragungbereich durch die Nähe oder das Erreichen der Kurzschlussfrequenz sich natürlich auch das Richtverhalten ändert, d.h. der Dipol strahlt keineswegs alle Frequenzen mit der gleichen Richtwirkung ab. Zugleich kann man aber deutlich erkennen, daß trotz der Raumreflexionen auch in der Raummitte noch einige dB Pegelunterschied zwischen Dipolachse und Nullachse bestehen, d.h. diese Dämpfung kann gezielt eingesetzt werden, natürlich praxisgerechte Aufstellung und Ausrichtung vorausgesetzt. Was mir an deinen Messungen etwas fehlt ist die dritte Dimension. Die Raumhöhe spielt natürlich mit in die Übertragungsfunktion rein und die Höhenplatzierung des Dipols könnte vielleicht gezielt zur Optimierung der Linearität eingesetzt werden. Deine Messungen der ersten Reihe zeigen ja, daß schon 40cm Wandentfernung erstens einige dB Pegel und zweitens eine teilweise Linearisierung erbringen. Also könnte eine Verschiebung des akustischen Zentrums von wenigen Zentimetern nach oben auch schon eine Verbesserung bedeuten... Schöne grüße, Günther
  4. Hallöchen, Hubert! Das hast Du ja alles sehr gewissenhaft formuliert, aber du scheinst überhaupt nicht zu realisieren, daß du nicht nur Wirkungsgrad, sondern auch 12dB Maximaldynamik vernichtet hast, die deinen Vergleich zwischen dem Dipol und dem Monopol ad absurdum führen. 6dB über das Compound-System, denn beim Dipol ist nur die Hälfte der Membranfläche des Monopols aktiv, und über die um eine Oktave nach oben verschobene Kurzschlussfrequenz, die ja ebenfalls auch die Maximaldynamik um 6dB senkt. Damit sind Vergleiche des Klirrverhaltens beider Systeme völlig sinnfrei, natürlich wird so der Klirr des Dipols bei gleicher Lautstärke immer sehr viel höher liegen. Natürlich auch schon weit unter der Vollaussteuerung... Aber entsprechende Vergleiche wären ja eh´schon aufgrund des impulskorrigerten Monopol-Aufbaus zum Compound-Dipol unzulässig... Du sagst oben, das die thermische und mechanische Belastung beider Systeme gleich war, d.h. also, daß beide Systeme mit der gleichen Eingangsleistung betrieben wurden. Aber bitte schön, dann fliesst natürlich ganz wesentlich der Wirkungsgrad mit in den Vergleich ein. Wie willst Du sonst auch deine hübsche 20Hertz-Sinus-Messung interpretieren...? Du sagst es wäre dir um die Wechselwirkung zwischen Raum und System gegangen: natürlich muß ein Dipol, wie jedes andere System auch sinnvoll aufgestellt werden und bedarf anderer Stellformen als ein Monopol. Wie die Messungen von Christoph belegen ist es ohne Mühe möglich in einem akustisch nicht günstigen Raum der bei schlechter Aufstellung bis 12dB Welligkeit erzeugt, einen wohnraumfreundlichen Ort zu finden mit einer Restwelligkeit von nur 4dB, wobei Christoph ja noch nichtmal endgültig optimiert hat, sondern nur zu Testzwecken systematisch verschoben hat. Tiefton-Systeme beliebig irgendwohin zu stellen, sodaß weder mit dem Monopol noch mit dem Dipol eine Restwelligkeit von 12dB unterschritten werden kann, läßt meiner Meinung nach keine sinnvolle Beurteilung mehr zu... Schöne Grüße, Günther
  5. Hallöchen, "Bandini"! Herzlichen Glückwunsch zu Deinem zweiten Post in diesem Forum, ein gelungener Einstand! Ich hab´mir grade mal Dein erstes Post von vor ´nem halben Jahr durchgelesen, das find´ich persönlich aber noch ein bisschen griffiger und anspringender... Da darf man ja auf Zukünftiges gespannt sein! Schade das wir uns nicht kennen... Schöne Grüße, Günther
  6. Hallöchen, Hubert! Tja, habe ich gestern in der Eile nicht so darauf geachtet, respektive wollte ich erst nochmal überprüfen, möchte ich aber doch noch anmerken: So nützlich Dein Trennbrett zwischen den Treibern für den geschlossenen sub sein mögen (im Studio- und PA-Bereich gehen da die Meinungen auseinander...), aber für Deinen Dipol-Versuch ist es absolut kontraproduktiv. Leider hast Du ja keine Details gepostet, aber ich nehme an, Dein Sub ist auf eine Einbaugüte von um die 0,5 gebaut, mit der und der sich daraus ergebenden erhöhten Resonanzfrequenz arbeitet dann natürlich auch Dein Dipol, was unterhalb der Resonanzfrequenz deutlich Wirkungsgrad gegenüber dem Freilufteinbau kostet. Bei Verzicht auf das Zwischenbrett hätte sich durch die Koppellast die Resonanzfrequenz gesenkt und die Güte leicht erhöht, was zwar im oberen Bassbereich und darüber Pegel gekostet hätte, aber im Tiefbass zumindest keine Verschlechterung mit sich gebracht hätte. Obendrein hätten sich so die Unlinearitäten der Antriebe gegenseitig aufgehoben und den Klirr reduziert... Ich habe das versuchsweise mit meinen Omegas simuliert und anschließend ausprobiert: Bei Einbaugüte von 0,5 steigt die Resonanzfrequenz des Omegas auf ca.65 Hertz gegenüber 27 Hertz Freiluft und 24 Hertz mit Koppellast, daraus ergibt sich recht übereinstimmend in der Simulation und der Messung ein Wirkungsgradverlust von ca. 4dB bei 30 Hertz und über 6dB bei 20 Hertz gegenüber dem normalen U- oder H-Dipol. Vergleichsweise wird der Effekt mit ähnlich hohen Verlusten eben auch bei Deinem Konstrukt auftauchen (güte- und resonanzfrequenzabhängig) zusätzlich zu den bereits attestierten 12dB aus Compound und um eine Oktave nach oben verschobener Kurzschlussfrequenz... Zu Absorbern und Raumtuning werde ich ein paar Links zusammenstellen und demnächst Webbi für die Linkliste andienen, damit die allgemeinheit auch was davonn hat, allerdings bin ich jetzt dann erstmal wieder ein paar Tage unterwegs... Schöne Grüße, Günther
  7. N´Abend, Hubert, aktive Absorber sind sicherlich eine gute Lösung, aber halt aufwendig (wobei Dir der aktive Teil sicher leicht von der Hand geht ;-) ) und brauchen auch die entsprechenden Stellmöglichkeiten. Persönlich finde ich immer noch Plattenabsorber für Raummoden im Bassbereich die einfachste, billigste und auch noch wohnraumfreundlichste Variante. Sicher bedarf die genaue Abstimmung einiger Versuche, aber ist problemlos selbst mit einfachster Messtechnik oder nur per Gehör durchführbar. Im schlimmsten Fall wirkt so ein Plattenabsorber zu breitbandig, ist aber immer noch besser als entsprechend starke Raummoden... Schöne Grüße, Günther
  8. Hallöchen, Hubert! Mein Hörraum ist 5x7m bei 2,70 Höhe, massive Wände, massiver Fußboden... Da ich den Raum auch beruflich nutze, habe ich ihn relativ sorgsam akustisch eingestellt, d.h. die Raummoden mitttels Plattenabsorbern und Helmholtzresonatoren bedämpft und die Mitten und Höhen über Diffusoren und Absorber entschärft, der Nachhall im Raum liegt über den Bereich von ca. 32 Hertz bis 25kHz konstant im unteren Drittel der typischen Empfehlungen für Abhörräume. (Hört sich schrecklich an, ist aber alles bestens versteckt und geht auch bei meiner Familie als Wohnzimmer durch...) Das hat den Vorteil, daß ich in der Boxenaufstellung relativ frei bin, solange ich bei konventionellen Systemen die Ecken meide und bei Dipolen die Schnellemaximas... Der Dipol stand zuletzt mit guter Linearität bei 60cm Höhe, 80cm vor der schmalen Wand mit seitlichen Abstand von ca. 2 Metern (vom akustischen Zentrum aus gesehen, die Höhe war aber relativ unbedeutend), wobei ich allerdings mit einer guten Aufstellung schon zufrieden war und gar nicht den Idealplatz gesucht habe... Zu Deinem Aufbau: die Trennwand, die Du vorher nicht erwähnt hattest, verhindert tatsächlich Parameteränderungen, an der akustischen Compoundcharakteristik mit den 6dB-Verlust ändert sich aber trotzdem nichts. Recht hast Du mit dem 6dB/Okt.-Abfall unterhalb der Kurzschlussfrequenz, da bin ich vor lauter dBs und Zahlen in Verwirrung gekommen, nichtsdestotrotz liegt bei Deinem System die Kurzschlussfrequenz eine ganze Oktave höher als bei einem genausogrossen U-Dipol und damit eben um die von mir genannten 6dB. Da sind Dir also tatsächlich zusammengerechnet immerhin 12dB an Wirkungsgrad abhanden gekommen... ;-) Sicher ist ein Dipol-Sub kein geheimnisvolles Allheilmittel (ich sag´nur AJ-Horn...), es ist ein mögliches Tieftonkonzept und wie alle anderen auch kompromissbehaftet (wie die gesamte Audiowiedergabe...), lohnt aber genauso sehr die ernsthafte Beschäftigung damit und kann im Idealfall herausragende Ergebnisse bringen... Bei der doch recht starken Welligkeit im Bass in Deinem Hörraum kann ich Dir nur zu raumakustischen Massnahmen raten... Falls das bei Dir möglich ist, könntest Du auch mal versuchen den sub höher zu stellen, damit lassen sich manchmal ungeahnte Erfolge erzielen... Schöne Grüße, Günther
  9. Hallöchen, Christoph! Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ausgesprochen gründlichen und konstruktiven Selbstversuch... :-) Hat sich gelohnt, oder...? Ergänzend zu Deiner Schilderung möchte ich im folgenden noch ein paar Testergebnisse aus meinen eigenen Experimenten der letzten Wochen einbringen: Ziel war es denselben Treiber in identischem Volumen geschlossen und als Dipol miteinander zu vergleichen. Hierzu diente der Eminence Omega Pro18, ein wirkungsgradstarker PA-Treiber mit praxisgerechter Auslenkung, gutem Klirrverhalten bei Vollaussteuerung und nicht zu weicher Aufhängung um die Membranauslenkung im subsonischen Bereich nicht zu sehr ausufern zu lassen, also ein idealer Treiber nicht nur für entzerrte geschlossene Subs, sondern auch für Dipole... Im gewählten würfelförmigen 100 Liter Gehäuse erreicht er eine Einbaugüte von 0,43 und einen Wirkungsgrad von 85 dB bei 30 Hertz mit einem gleichförmigen Anstieg von ca. 8db/Okt. nach oben. Mit einer bei 30 Hertz gesetzten Anhebung von 8dB und einer Trennung mit 24dB/Okt bei 75 Hertz ergibt sich so eine akustische Trennfrequenz von ca. 80 Hertz. In meinem (schon in den Forumsprojekt-Threads beschriebenen) akustisch optimierten Hörraum ergibt sich damit bei praxisgerechter Aufstellung eine Linearität von plus/minus 2 dB ab 27 Hertz in der Hörzone... Durch Abnahme der Rückwand ergibt sich ein U-Dipol mit einer Lauflänge des rückwärtigen Schalls zum frontseitigen von 1,1m durch die Gehäusetiefe von ca. 50 cm. So erreicht der Omega bei 30 Hertz einen Wirkungsgrad von 81dB, also nur 4dB weniger als die geschlossene Version, und fällt unterhalb der 30 Hertz deutlich flacher ab, so daß bei ca. 20 Hertz der Wirkungsgrad der geschlossenen Version erreicht wird. Bei einer Anhebung von 12 dB bei 30 Hertz und derselben Trennung wie bei der geschlossenen Version ergibt so auch dieselbe akustische Trennung bei 80 Hertz bei sogar noch leicht gesteigerter Linearität am Hörplatz bei praxisgerechter Aufstellung. Zwischen 100 und 200 Hertz ergibt sich eine starke dipoltypische Überhöhung, die aber durch die Weiche ausreichend bedämpft wird. Die Maximaldynamik des Dipols liegt hierbei ca. 7dB unter der der geschlossenen Version, aber reicht auch bei meinen erhöhten Anforderungen noch völlig aus (102 im Freifeld gemessene dBs gegenüber 109 des geschlossenen Systems). Der Klirr des Systems ist nur minimal erhöht: bei gleichem Pegel am Hörplatz liegt der Gesamtklirr bei 100dB nur 0,34 % höher als beim geschlossenen Sub. Bei einem anschließendem Test in einem identisch grossen H-Dipol ergab sich diesselbe akustische Funktion bei nochmals gesenktem Klirr durch die symmetrische Belastung des Chassis, hier lag der Gesamtklirr nur noch 0,12% (!) höher als beim geschlossenen System und ist also völlig vernachlässigbar. Die Übereinstimmung mit der vorausgegangenen AJ-Horn-Simulation war dabei überraschend gut, auch die Vorhersage der typischen bei Dipolen auftretenden Amplitudenüberhöhungen im oberen Bassbereich, damit eignet sich AJ-Horn auch zur Simulation geeigneter passiver Sperrglieder, wenn denn für nötig befunden. In diesem Fall der tiefen und steilen Trennung war ein zusätzliches Korrekturglied völlig verzichtbar, ein parametrischer EQ brachte keine Verbesserung. Huberts Bemühungen in allen Ehren, aber sein Testaufbau weist einige scheinbar nicht berücksichtigte Mängel auf, die mir die Relevanz zweifelhaft erscheinen lassen. 1. Seine Dipol-Version stellt eine Compound-Lösung dar, die bekanntlich schon durch das Koppelvolumen die Parameter der Treiber ändert (Hubert hat also sozusagen zwei verschiedene Treiber verwendet) und durch die erhöhte bewegte Masse den Wirkungsgrad senkt. Ausserdem ergibt Compound in jeder Beschaltung, also egal ob in Reihe, einzeln oder parallel, immer einen um 6dB geringeren Wirkungsgrad als diesselben Treiber genauso beschaltet konventionell betrieben. Sein geschlossener Sub stellt aber ja so eine konventionelle Beschaltung dar. 2. Der Compound-Dipol regt natürlich das Gehäuse und die angrenzenden Flächen wie den Fußboden zu maximaler Eigenschwingung an, während sein geschlossener Sub ja ein impulskompensiertes System darstellt, das bekanntlich das Gehäuse und die angrenzenden Flächen minimal anregt. Dadurch muß der Gesamtklirr seines Dipols natürlich sehr viel höher liegen, dies ist aber keineswegs dem Dipolprinzip anzulasten. 3. Jeder Dipol fällt unterhalb der Frequenz, die sich durch die Laufzeit des Inphase-Schalls zum Gegenphaseschall definiert mit 12dB/Okt. ab. Bei Hubert sind die Schallquellen ja nur durch die einfache Gehäusetiefe voneinander getrennt, gegenüber einem identischem U-Dipol mit nur einem Treiber ergibt sich allein aufgrund dessen schon ein zusätzlicher Wirkungsgradverlust von min. 6dB. Dies zeigt auch sofort überdeutlich, daß für die Wirkung eines Dipols im Tieftonbereich das Gehäuse sehr wohl eine entscheidende Rolle spielt. Der Vergleich zu Mittelton-Dipolen ist hier nicht konstruktiv, da diese normalerweise spätestens zu Beginn des Dipolabfalls getrennt werden. Gut erkennbar ist aber ja sehr oft der Versuch durch eine breite Schallwand den Dipol-Abfall nach unten zu schieben... 4. Eine Testsituation, die Unlinearitäten von bis zu 12dB und mehr erzeugt, halte ich für Messungen für mehr als suboptimal, dies deutet keineswegs auf eine praxisgerechte Aufstellung der Subs hin. Schöne Grüße, Günther
  10. Hallöchen zusammen! @Webbi: Wo ist denn das Problem, Picos Ratschlag ist doch absolut korrekt und seine Eigenwerbung keinesfalls aufdringlicher als die irgendeines der anderen Semi-Profis und Kommerziellen... @Burkhard: Würde mich Pico anschliessen, halte den Titan-MT aber auch fein- und grobdynamisch für überfordert... Zwei 17er sind sicher für den Bass ok, aber ich würde Dir raten, Dir auch mal 20er PA-Treiber anzuschauen, die problemlos in kompakten Gehäusen bei ausreichender Tiefe der Wiedergabe den benötigten Wirkungsgrad hergeben. Hast Du Deinen großen AMT mal mit ´nem wirkungsgradschwachen TMT kombiniert oder die Timmermannsche-K+T-Pasiv-Kombi aus AMT und G200 gehört...? Ähnlich verhält sich der ER4 bei allzugroßer Abregelung... Ich würde eher versuchen, völlig ohne Widerständen vor HT und MT auszukommen. Der Veravox empfiehlt sich für diese Kombi also schon und klingt ausgezeichnet. Les´Dir doch mal die Threads hier zur Forumsbox durch... Schöne Grüße, Günther
  11. Hallöche, Uwe! Die Frage ist erstmal eher, bei welchen Frequenzen Du diesen Test gemacht hast... Da Bassreflex hast Du ja zwei Impedanzmaximas mit dazwischenliegendem Impedanzminimum. Unterhalb hast Du ein weiteres Impedanzminimum (je nach Abstimmfrequenz aber schon ausserhalb des Übertagungsbereichs) und oberhalb auch, hier dann aber möglicherweise schon nicht mehr im kritischen Bereich, weil der Tiefpassfilter die Impedanz schon anhebt, oder eben gerade besonders kritisch, weil der Filter eine zusätzliche Absenkung verursacht (je nach Filterauslegung). Hast Du Deinen Test jetzt nicht genau im Bereich des kritischen Impedanzminimums durchgeführt, spricht auch die Schutzschaltung nicht an. Das tatsächlich verstärkerkritische Minimum kann ja sehr schmal sein und muß auch nicht tatsächlich im Tiefbass liegen... Die von mir nachgestellte Vera3 beispielsweise hat zwar bei ca. 26-30 Hertz ein Minimum unter 2 Ohm, das absolute Minimum liegt aber zwischen 90 und 120 Hertz... (schockierende 1,7 Ohm) Schöne Grüße, Günther PS: Die Lasten sind besonders komplex im Bereich der Bassreflexabstimmung...
  12. Hallöchen, Uwe! No problem, solche Lesefehler passieren mir in den Foren auch öfters... Das Verschieben der Tuningfrequenz würde kein Messequipment erfordern, Deine Ohren, Deine Sinussignal-Test-CD und ein bisschen Zeit würden völlig ausreichen. Aber wie schon im ersten Post gesagt: hör´s Dir mit dem passenden Vorwiderstand gewissenhaft an, wenn Du dann den Eindruck hast, da wäre noch Potential, dann melde Dich nochmal... Nur so zum Testen könnte ich Dir gegebenenfalls auch Widerstände leihen... Schöne Grüße, Günther
  13. PS: Übrigens kannst du den Vorwiderstand auch durch ein entsprechend dünnes Kabel ersetzen, das den benötigten Gesamtwiderstand bietet. Das wäre auch ´ne Gelegenheit mal "Solid-Core" auszuprobieren... :+ Das "Zuckerl" wollte ich ja eigentlich noch aufheben, aber: Falls Dich die von mir genannte entstehende Welligkeit im Bassbereich abschreckt, stellt sich die Frage, ob Du Deinen Hörraum akustisch optimiert hast. Bei typischer Aufstellung im typischen Hörraum hast Du im Bass eh´ne Welligkeit von 6-12 dB zu erwarten. Hier würde Dir die durch den Vorwiderstand entstehende Welligkeit sogar die Möglichkeit geben zu kompensieren, d.h. durch Verschieben der Tuningfrequenz kannst Du mindestens eines der Impedanzminimas in den Bereich einer Raumresonanz bringen, wahrscheinlich aber sogar zwei, idealerweise sogar drei... Damit erhältst Du dann sogar eine ausgeglichenere Wiedergabe als im Originalzustand und die schwächere Dämpfung des Amps und die eigentlich "unkonventionelle" Gehäuseabstimmung wird durch die reduzierte Anregung der Raummoden kompensiert. Ciao, Günther
  14. Hallöchen, Uwe! :+ Ich hab´von 4x20-Watt-Widerständen parallel gesprochen, von Ohm steht da nix... Hier geht´s nur um die Belastbarkeit der Widerstände, mit den4x20 bist Du völlig auf der sicheren Seite. Ich empfehle nochmal ausdrücklich mit möglichst kleinem Widerstand anzufangen. Um Dir ein bisschen die Scheu vor dem "uneleganten" Vorwiderstand zu nehmen: Schau´mal ins audioavid oder in´s Pa-Forum.de, da gab´s neulich jeweils recht interessantze Threads zum Nutzen von Vorwiderständen vor Chassis mit niedrigem Qts; dort werden auch Konstruktionen von angesehenen Herstellern genannt, die mit entsprechenden Vorwiderständen arbeiten. Die Beiträge bezogen sich natürlich auf Neukonstrukte, aber in Teilbereichen ist einiges durchaus übertragbar... Sinnigere Antworten wirst Du nicht kriegen können, weil die Möglichkeiten einfach sehr begrenzt sind... Schöne Grüße, Günther
  15. Hallöchen, Uwe! Prinzipiell haben meine Vorredner natürlich recht; ich sehe die Sache aber pragmatischer... :+ Der Vorwiderstand gehört natürlich ausschließlich vor den Bassweichenzweig um den Mittel-Hochtonbereich unbeeinflusst zu lasen, darf aber nicht direkt vor die Bässe, um die Weichencharakteristik nicht zu ändern. Der Vorwiderstand verändert die Einbaugüte und damit die Gehäuseabstimmung, deshalb sollte der Vorwiderstand so klein wie möglich ausfgallen! Also erst mit kleinen Werten testen, bis die Schutzschaltung gerade eben nicht mehr anspricht. Für Deine Anwendung würde ich mit Werten um ein Ohm beginnen... Der Vorwiderstand kostet Basspegel. Im Bereich der Impedanzmaximas nur ganz minimal und vernachlässigbar, ansonsten eben nach üblicher Berechnung. Für Deine Anwendung wird die selektive Absenkung so zwischen 1,5 und 3 dB liegen, vermute ich mal. Subjektiv wird´s Dich aber wahrscheinlich nicht stören. Probier´s doch erstmal so aus: wenn´s Dir dann in Teilbereichen an Bass mangelt oder die Basspräzision zu sehr leidet, melde Dich halt nochmal; naja, und wenn´s Dir gefällt, ist doch alles in Butter! Zum Testen reicht ein Widerstand, für die endgültige Lösung rate ich Dir zur Parallelschaltung von vier 20-Watt-Zementwiderständen (z.B. die von I.T., günstig und gut...) Schöne Grüße, günther PS: Schon mal über Bi-Amping nachgedacht...?
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