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M_chen

Tape Deck:: Play Trim Funktion nachrüsten

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Hallo zusammen,

 

aus sentimentalen Gründen habe ich meine über zwanzig Jahre alten Kassetten (nur Chrom und Metall, mit Dolby C und HXpro aufgenommen) hervor gekramt. Dabei ist mir bei vielen Tapes ein mehr oder weniger ausgeprägter Hochtonabfall aufgefallen. Das scheint wohl normal zu sein, wenn analoges Bandmaterial in die Jahre kommt. Ich habe deshalb versucht, diesen Effekt mittels eines Equalizers zu kompensieren (ja, auch so was hab ich noch). B)

Leider war das Resultat nicht wirklich überzeugend. Das Signal hat mal mehr, mal weniger, abhängig von Band und Titel in den Hochtönen „gepumpt“. Ich denke, das hängt hauptsächlich mit dem im Gerät vorhandenen Dolby-Dekoder zusammen, der natürlich das schlechte Bandmaterial unkorrigiert „sieht“.

 

Von manchen Herstellern gab es deshalb die Play Trim Funktion, mit der sich der Hochtonbereich mit einem Poti- im Signalweg VOR dem Dolby-IC- in gewissen Grenzen "pushen" lässt. Da ich lange nichts mehr zu basteln hatte, plane ich, zumindest eines meiner beiden ansonsten hervorragenden Tapedecks (Kenwood KX-9050) mit dieser Funktion nachzurüsten.

Deshalb hier meine Frage: wer hat genauere Infos über die Funktionweise von Play Trim (Frequenzbereich, Verstärkung wie groß, etc.)? Ein Schaltplanauszug von einem dieser Tapedecks, sofern vorhanden, wäre natürlich sehr hilfreich.

Einige Decks, von denen ich weiß, dass sie diese Funktion hatten, wären z.B. Yamaha KX-380, 390, 393, 480, 670, 690 oder NAD 613, 616. Es gibt bestimmt sicher noch etliche mehr.

 

Wie gesagt, es geht mir hierbei um das Basteln an sich. Was ich weniger möchte, ist eine mittlerweile doch sehr in die Jahre gekommene Technik schön reden, oder in ein anderes Tapedeck investieren, dass dann sowieso kaum genutzt werden würde.

Jedenfalls werden dabei Erinnerungen wach, das macht schon Spaß…

 

Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Antworten.

Analoge Grüße

 

Martin

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Hallo zusammen,

 

aus sentimentalen Gründen habe ich meine über zwanzig Jahre alten Kassetten (nur Chrom und Metall, mit Dolby C und HXpro aufgenommen) hervor gekramt. Dabei ist mir bei vielen Tapes ein mehr oder weniger ausgeprägter Hochtonabfall aufgefallen. Das scheint wohl normal zu sein, wenn analoges Bandmaterial in die Jahre kommt. Ich habe deshalb versucht, diesen Effekt mittels eines Equalizers zu kompensieren (ja, auch so was hab ich noch). B)

Leider war das Resultat nicht wirklich überzeugend. Das Signal hat mal mehr, mal weniger, abhängig von Band und Titel in den Hochtönen „gepumpt". Ich denke, das hängt hauptsächlich mit dem im Gerät vorhandenen Dolby-Dekoder zusammen, der natürlich das schlechte Bandmaterial unkorrigiert „sieht".

 

Von manchen Herstellern gab es deshalb die Play Trim Funktion, mit der sich der Hochtonbereich mit einem Poti- im Signalweg VOR dem Dolby-IC- in gewissen Grenzen "pushen" lässt. Da ich lange nichts mehr zu basteln hatte, plane ich, zumindest eines meiner beiden ansonsten hervorragenden Tapedecks (Kenwood KX-9050) mit dieser Funktion nachzurüsten.

Deshalb hier meine Frage: wer hat genauere Infos über die Funktionweise von Play Trim (Frequenzbereich, Verstärkung wie groß, etc.)? Ein Schaltplanauszug von einem dieser Tapedecks, sofern vorhanden, wäre natürlich sehr hilfreich.

Einige Decks, von denen ich weiß, dass sie diese Funktion hatten, wären z.B. Yamaha KX-380, 390, 393, 480, 670, 690 oder NAD 613, 616. Es gibt bestimmt sicher noch etliche mehr.

 

Wie gesagt, es geht mir hierbei um das Basteln an sich. Was ich weniger möchte, ist eine mittlerweile doch sehr in die Jahre gekommene Technik schön reden, oder in ein anderes Tapedeck investieren, dass dann sowieso kaum genutzt werden würde.

Jedenfalls werden dabei Erinnerungen wach, das macht schon Spaß…

 

Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Antworten.

Analoge Grüße

 

Martin

 

Hiho Martin,

 

ja wer hat keine Kassetten noch im Archiv, ich habe auch eine Kiste voll.

 

Ähm, hilft es Dir etwas, wenn Du ein Schildbild eines Yamahas hättest? Da kann man sich evtl. etwas abkucken..

:dance:

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Hiho Martin,

 

ja wer hat keine Kassetten noch im Archiv, ich habe auch eine Kiste voll.

 

Ähm, hilft es Dir etwas, wenn Du ein Schildbild eines Yamahas hättest? Da kann man sich evtl. etwas abkucken..

:dance:

 

 

Hi Chris,

 

danke für die Antwort.

Falls Du mit "Schildbild" ein Bild des Typenschildes meinst, eher nein.

Oder meinst Du etwas anderes?

 

Jedenfalls müssten es schon detaillierte technische Infos sein, sonst kann ich damit nicht viel anfangen.

 

Danke und Gruß,

 

Martin

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Falls Du mit "Schildbild" ein Bild des Typenschildes meinst, eher nein.

Oder meinst Du etwas anderes?

 

Oh mein Gott, ich hatte mich verschrieben. Ich meinte "Schaltbild".

 

Würde ein Schaltbild eines erwähnten Types helfen?

Evtl. kann man daran einiges ableiten.

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Macht doch nichts, das kann schon mal passieren.

 

Ja, das ist natürlich etwas anderes. Mit einem Schaldbild wäre mir natürlich sehr geholfen!

Ich gehe auch davon aus, daß man damit die Funktionsweise verstehen würde.

 

Falls Du eines hast, oder zumindest einen Auszug, der sich mit der Play-Trim-Funktion befasst, wäre das super!

 

Danke und Gruß,

 

Martin

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Falls Du eines hast, oder zumindest einen Auszug, der sich mit der Play-Trim-Funktion befasst, wäre das super!

 

jip, da hätte ich etwas... :Whistle:

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Hallo zusammen,

 

so, die Info ist da (danke, Chris)! :prost2:

Auf den ersten Blick sieht das Ganze sehr einfach zu realisieren aus. Sobald ich konkreteres weiß und es funktioniert, werde ich selbstverständlich darüber berichten.

 

Bis dann,

 

Martin

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So, gerade bin ich fertig geworden. Die „Operation“ war ein voller Erfolg.

 

Folgendes habe ich herausgefunden:

Das Erste, was im Signalverlauf nach dem Tonkopf folgt, ist ein Wiedergabeverstärker. Dort gibt es die Möglichkeit, sowohl die Verstärkung des gesamten Signals als auch separat nur den Hochtonbereiches mit Trimmpotis einzustellen. Und hier habe ich angesetzt. Vorhandene Vorwiderstände für die Hochton- Regelschleife rausgeworfen und stattdessen ein Poti eingesetzt. Bei Potentiometer Linksanschlag ist die Verstärkung so wie vorher, je weiter man nach rechts dreht, umso größer wird die Verstärkung des Hochtonbereiches.

Voila, Play Trim. :Idea:

 

Für alle, die das Gleiche beim Kenwwood KX-9050 vorhaben, hier die Details. Das Beste dabei: es kostet nichts- außer ein bißchen Lötzinn und etwas Zeit. Los gehts:

R17 und R18 rauswerfen, bleiben draußen.

R25 und R26 rauswerfen, stattdessen ein Stereo-Poti mit 50kΩ nehmen. Stellung 0Ω: keine Play Trim Funktion. Stellung 50kΩ: maximale Play Trim Funktion (Verstärkungsfaktor gute 6dB).

Um den Aufwand hierfür möglichst klein zu halten, habe ich als Poti den Lautstärkeregler der Kopfhörerbuchse benutzt, der ist nämlich Stereo und hat 50kΩ (na so ein Zufall!). Somit ist von außen keinerlei Veränderung des Original- Zustands sichtbar, das Gerät sieht nicht verbastelt aus. Außerdem passt die Beschriftung "Level" und "0 bis 10" auch perfekt für Play Trim. :rolleyes:

Man sollte für die Verbindung zwischen dem Poti und den besagten Positionen für R25 und R26 unbedingt geschirmtes Kabel benutzen und ein Ende des Schirms an Masse legen. Ansonsten wird eingestreuter Schmutz vom Wiedergabeverstärker direkt mit verstärkt, klingt dann eher suboptimal. Außerdem ist es eine gute Idee, den Wegfall des Potis für den Kopfhörerverstärker durch Einsetzen von Festwiderständen zu kompensieren. Sonst hat die Kopfhörerbuchse natürlich keine Funktion mehr. 47kΩ Metallschicht 1/8 W sind hier prima.

Noch eine wichtige Sache: vor dem Umbau sollte man ein Testsignal (am besten 10kHz) aufnehmen, Dolby C dabei einschalten. Dann abspielen, und die AC- Spannung am Tape Play Out (links und rechts getrennt) messen und notieren. Nach dem Umbau: bei Poti- Linksstellung (also ohne Play Trim Funktion) wieder messen und durch verdrehen der Trimmpotis VR3 und VR4 auf den vorher gemessenen Wert justieren. Nur so kann man sichergehen, dass das Verhältnis vom Hochtonbereich zum restlichen Signal passt. Macht man das nicht, sondern belässt VR3 und VR4 in der ursprünglichen Position, ist die Folge eine überzogene Hochtonwiedergabe, auch bei Poti ganz links!

 

Abschließend kann ich sagen, dass sich der Umbau voll gelohnt hat. Endlich klingen auch eher ursprünglich dumpfe Aufnahmen wieder richtig klasse! Es ist auch ziemlich egal, ob die schlechte Aufnahme durch Azimuthfehler entstanden ist oder das Band einfach nur etwas älter ist. Der Dolby- Schaltkreis arbeitet jetzt wie er soll, und das ist wichtig. Warum diese Funktion nicht serienmäßig drin ist, weiß wohl nur Kenwood selbst. Ich bin jedenfalls jetzt sehr zufrieden, genau diese Funktion hatte mir immer gefehlt.

 

Falls jemand noch Fragen zum Umbau hat, nur zu!

 

Beste Grüße,

 

Martin

 

 

Nachtrag:

Der Umbau funktioniert exakt genau so auch beim größeren Dolby-S Modell KX-9050S. Allerdings sollte hier für die Aufnahme/Wiedergabe des Testsignals nicht Dolby C, sondern Dolby S verwendet werden.

Edited by M_chen

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