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Uli72

Naim CD5 / Nait 5 Tuning

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Hallo zusammen,

 

wie in meinem Beitrag zum Bastelplayer bereits angemerkt, habe ich meinen Naim 5 Komponenten eine Kur verpasst. Da sich die Ereignisse hier im Forum nicht gerade überschlagen, möchte ich die Ergebnisse gerne kurz vorstellen:

 

Der CD5 ist ein Player, der im Originalzustand musiklisch brav und farbig klingt. Das erreicht der Player meines Erachtens durch den präsenten Mittentonbereich, der besonders farbig und plastisch hervorgehoben wird. Den Bassbereich empfinde ich "nach unten" gehend immer dünner, der Hochtonbereich wirkt für mein Empfinden eher vernebelt - zwar luftig, aber auch ohne Farbe und Detail.

Insgesamt gesehen spielt der CD5 für mich angenehm, auf Dauer aber langweilig und verfärbt.

 

Wie bei älteren Naim-CDPs werden auch beim CD5 Tantal-Elkos im Signalweg eingesetzt. Hier einmal hinter dem DAC und einmal vor dem Signalausgang.

Ebenso kommen die OPA604 als Verstärker zum Einsatz, es sind drei Stück pro Kanal.

 

Naim bietet bei seinen neueren Modellen die Option, Geräte duch zusätzliche Netzteile aufzurüsten. Im Fall des CD5 würde duch das Zusatznetzteil die Ausgangsstufe (2x LM317 & 2x OPA604) mit einer zusätzlichen asymmetrisschen Spannung versorgen.

 

Mit dieser Politik konnte ich mich jedoch nicht im geringsten anfreunden. Man vergleiche einfach nur die Kosten dieses Zusatznetzteils mit den Kosten (und der Qualität) der Standardbauteile, die mit diesem Netzteil versorgt werden sollen !

 

 

Der Nait5 ist ein solider Verstärker, der frisch und munter drauf losspielt.

Standardelkos im Signalweg, HC4051-Grab mit Widerstandsnetzwerk zur Lautstärkeregelung sowie vier Leistungstransistoren gleichen Typs (!) verwundern mich jedoch nachhaltig.

 

Meine Änderungen an den Geräten habe ich hier dokumentiert:

http://www.audiomap.de/galerie/showgallery...500/ppuser/4011

 

Was hat´s gebracht?

 

Der Nait5 hat ein wenig an Frische gewonnen. Der Klanggewinn ist erstaunlich gering, das Ergebnis geht aber i.O.

 

Der CD5 ist nicht wiederzuerkennen. Statt eines aufgeblähten Mitteltonbereichs gibt es jetzt ein homogenes Klangbild, das auch den Bass- & Hochtonbereich kennt. Ein Bassmonster ist der CD5 aber nicht geworden.

Insgesamt hat der CD5 viel an frische und Detail gewonnen. Trotzdem ist der Player nicht ins analytische umgekippt. Das Ergebnis ist für mich auf jeden Fall sehr positiv.

 

 

CD5 vs. Bastelplayer:

 

Ein sehr spannender und interessanter Vergleich !

 

Der CD5 kann das, was dem BP ein wenig fehlt: Temperament ohne Ende, Luftigkeit und Spritzigkeit fallen sofort auf.

 

Das ist erstmal eine wohltuende Erfrischung, allerdings kann der CD5 noch etwas mehr - nämlich nerven.

 

Der CD5 klingt gut, aber eindeutig digitaler als der BP: Neben den zusätzlichen Hochtondetails ist es die Art, wie die Musik wiedergegeben wird. Es ist dieses (in meinem Empfinden und mit meinen Worten ausgedrückt) gezwungene Aneinanderreihen der Töne. Beim BP hat man das Gefühl, als ob alles Musikalische selbständige ablaufe, ein Ton ist Ursache und Grund für einen anderen Ton, wobei die Übergänge fließend sind.

 

Damit sind wir wieder bei der Diskussion über (Digital)Filter und Operationsvertärker. Meiner Meinung nach sind diese die Hauptverursacher des "Digitalklangs".

 

Viele Grüße,

Uli

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hi Uli,

 

die OPs sind meiner Ansicht nach eher harmlose Gesellen, die hier und da was am Klang verbiegen, aber nicht wirklich ein Gerät dominieren, wenn sie unter guten Bedingungen betrieben werden (!) - und nicht die 3 Cent Klasse sind.

Ich meine hier natürlich den Vergleich OP gegen OP in einer ansonsten unveränderten Schaltung...OP gegen Pass gilt nicht :-)

 

Man kann jedes Gerät fies "digital" klingen lassen, nur durch den Einsatz bestimmter Kondensatoren an bestimmten Stellen. Kein Scheiß. Oder das Gegenteil "schön musikalisch warm". Alles möglich, ich erleb's bei meinen Projekten andauernd und rauf mir regelmäßig die Haare.

 

Ich seh bei deinem Naim z.B. einen BG FK. Der klingt für meine Ohren immer etwas zerfahren und rupft den Klang auseinander. Ich benutz die nicht mehr. Probier mal einen NX 100 oder N 100, je nach Gleichspannungsniveau. Ohne Brücken!

 

Wenn du es ordentlich auf die Ohren haben willst, nimm den 47er NX. Andere Welten...

 

Von Brücken über Elkos halte ich überhaupt nichts mehr in den allermeisten Fällen. Einzig bei Großelkos für Endstufen sehe ich noch Anwendungspotential. Überall sonst ist es nur Kadaverkosmetik und vordergründiges Effekt-Tuning und verdirbt die Homogenität.

 

Ein richtig guter Elko braucht keinen Bypass im analogen Bereich. Nur Billichheimer werden scheinbar aufgepeppt. Diese ganze rote Wima-Bande ist mir ein Graus. Das ist geplantes "Papier-Tuning" ohne Ohren. :-)

 

Bei CD-Playern der totale Bringer sind aufwändige Spannungsregler (Super Regulator), anstatt der schlampigen 7805. Da kann man mal erleben, was "Rauscharmut" bedeutet!

 

Beim NAIT entdecke ich blaue NX! Uiui, da weiß ich schon, wo die "Frische" herkommt. ;-)

 

Viele Grüße und meinen Respekt zu deinen Bastelaktionen!

Hermann

 

 

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Hallo Hermann,

 

leider ist der DC-Offset beim CD5 (... und beim der D1 ...und beim KH-Verstärker :-( ) relativ hoch, so dass ich auf die FK ausweichen musste. Auch für meine Ohren klingt der FK etwas kratzig, aber deutlich weniger nach "Pappe" als ein Standardelko.

 

Dem Bypassing konnte ich übrigens bisher nichts abgewinnen, anscheinend habe ich nichts verpasst.

 

 

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Hi Uli,

 

danke für Deinen interessanten Bericht!

 

>mit meinen Worten ausgedrückt) gezwungene Aneinanderreihen der

>Töne. Beim BP hat man das Gefühl, als ob alles Musikalische

>selbständige ablaufe, ein Ton ist Ursache und Grund für einen

>anderen Ton, wobei die Übergänge fließend sind.

>

>Damit sind wir wieder bei der Diskussion über (Digital)Filter

>und Operationsvertärker. Meiner Meinung nach sind diese die

>Hauptverursacher des "Digitalklangs".

>

Ich stimme Dir 110% zu, seit ich 1996 das erste mal ausgiebig einen DAC mit umschaltbaren DF testen konnte. Wenn man dieses Umschalten mal erhört und kapiert hat (an "impulsrichtigen LS ist der Effekt noch viel massiver), versteht man, was den Digiklang großteils killt. Das zweite Erlebnis derselben Art kam, als die rückkopplungsfreie Pass-D1-I/U-Schaltung das OPA-I/U-Monster ersetzte. Auch hier "floß" die Musik danach viel authentischer. In Summe klingt CD gar nicht mehr digital, sondern wie Platte - nur Störgeräuschfrei und viel dynamischer.

 

Schade, dass man sich in Deinem Fall das "erträgliche" DF mit no-DF erkauft und sich dann wohl mit Störfrequenzen oberhalb von 20kHz zumüllt - zu Lasten der Auflösung etc. Besser ist evtl. die DF-Generation, die auf soft roll off umschaltbar ist.

 

Gruß

 

Klaus

 

 

 

 

>Viele Grüße,

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