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realist

Abschirmung bei Kabeln - wie am besten?

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Hallo,

 

ich stehe vor folgendem Problem: Wie konfektioniere ich (Signal- und Strom-) Kabel mit Abschirmung? Folgende Varianten habe ich gefunden. Allein: welche stimmt?

 

1. Signalkabel: Abschirmung einseitig auf Masse legen. Die Einen sagen, an der Quelle, die Anderen behaupten, alle Abschirmungen sollen an einem Punkt auf Masse liegen, nämlich am Verstärker.

Netzkabel: Die Abschirmung wird nur im Schuko-Stecker mit Erde verbunden.

 

2. Von anderer Seite hört man, eine einseitig angeschlossene Abschirmung wirke wie eine Stabantenne und verschlimmere das Problem von HF-Einstreuungen. Also: Abschirmung beidseitig über hochohmige (1MOhm? 47kOhm?) Widerstände mit Masse verbinden (was ja wohl nicht bei Netzkabeln geht). Stand so übrigens mal in der Klang und Ton oder Hobby-Hifi. Leider hab ich die Zeitung nicht mehr :-(

 

3. Hat die Abschirmung irgend einen (positiven oder negativen) Effekt, wenn ich sie gar nicht anschließe?

 

Hoffe auf Erleuchtung :-)

 

Gruss,

Mark

 

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Hallo Mark,

 

nach meinen Erfahrungen gibt es keine allgemeingültige Antwort.

 

Besorg dir genug Kabel, ausreichend Stecker und eine gute Lötstation und Crimpwerkzeug. Dann machst Du Dir von jeder interessanten Variante ein Kabel zurecht und probierst es an Deinen Geräten selbst aus.

 

Für NF-Kabel kannst Du sogar einen DBT-Aufbau machen, wenn Dein CD-Pl. oder DVD doppelte Ausgänge mit jeweils getrennten Ausgangsstufen besitzt (ich habe einen Pioneer DV 717, der hats). Dann kannst Du duch umschalten der Eingänge die Kabeleigenschaften hören. Auch mal am Player umstecken, um herauszufinden, ob vielleicht die Ausgangsstufen unterschiedlich sind oder die Eingänge am Verstärker. Man weiss ja nie....

Ich habe auf diese Weise das mir am ehesten zusagende Kabel gefunden.

Zwischen VV und Endstufe gehts meistens nur mit umstecken, also kein DBT möglich. Da bei mir die Kabel aber relativ lang sind, war trotzdem ein Unterschied auszumachen.

Jede Gerätekombination verlangt eine darauf abgestimmte Strippe, das bedeutet also testen, testen, testen.

Nimm Stabile Stecker, aber übertreibs nicht! Mann kann den Aufwand ins unermessliche steigern. Ich besorge mir in der Regel die Leitungen im Musikerbedarf und die Monacor-Stecker bei meinem Lautsprecher-Schrauber um die Ecke.

 

Mit Netzstrippen habe ich noch keine Erfahrungswerte, aber irgendwann wastel ich mir da vielleicht auch einen Testaufbau.

 

Übrigens: wenn der Player keine getrennten Ausgangsstufen hat gehts nur mit umstecken, da die Leitungen sich gegenseitig beeinflussen und du ziemlich sicher keinen Unterschied hören wirst.

 

Viel Spass....

 

 

NashEnPopee

 

 

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Hi Mark,

 

Bei Chinchkabeln die Abschirmung nur einseitig auflegen hat vor allem erst mal einen Effekt: es funktioniert nix mehr. Die Schirmung wird für die Masseverbindung der Geräte gebraucht. Will man das dennoch tun, muss man anderweitig für eine Masseverbindung sorgen. Davon rate ich aber ab, denn die Geräte haben i.d.R. eine speziell geführte Masse für die Chinchbuchsen, die NICHT unbedingt unmittelbar mit dem Gehäuse zusammenkommt. Das kann innen noch einige Wege gehen, bevor es ans Gehäuse kommt. Man müsste den geeigneten Massepunkt im Gerät identifizieren und eine Leitung aus dem Gerät rauslegen. Einfach die Gehäuse zu verknoten ist nicht die optimale Lösung.

 

Bei pseudosymmetrischen Chinchleitungen, wo 2 Leitungen (Masse & Signal) + 1 Schirm pro Kanal vorliegen, legt man z.B. einen 10 Ohm Widerstand zwischen Schirm und Masse.

 

Von ungeschirmten Kleinsignal-Kabeln halte ich überhaupt nichts.

 

Geschirmte Netzkabel sind überhaupt nur sinnvoll, wenn ein Filter vorgeschaltet ist. Der Filter wiederum sollte so nah am Gerät wie möglich sein. Netzzuleitungen sollen meiner Meinung nach die bereits vorhandenen Störungen dämpfen. Wenn sie nur einen Schirm haben und nix dämpfen, bringt's doch das nicht. Bei meinem CDP jedenfalls ist ein geschirmtes "Lapp" im Vergleich zu einem ungeschirmten, geflochtenen "Rasta" mit Ferritknödeln wesentlich schlechter gelaufen.

 

Grüße

Hermann

 

 

 

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Moin Hermann,

 

noch mal eine kleine Präzisierung zu meiner Frage:

 

Bei der Cinchleitung handelt es sich um ein pseudosymmetrisches Kabel (2 Innenleiter + Außenschirm). Das soll als Innenverkabelung eines Verstärkers und als Signalleitung eingesetzt werden.

Du empfiehlst also, einen Widerstand zwischen Schirm und Masseleiter zu legen. Auf beiden Seiten? und warum gerade in der Größenordnung 10 Ohm?

 

Zum Netzkabel: Hier ist es mir wichtig, daß keine Störstrahlung vom Netzkabel ausgeht! Zum einen bei einer Geräteinnenverkabelung, wo da Netzkabel ca. 50cm bis zum Netzfilter läuft, der dann hoffentlich das meiste an Dreck rausfiltert. Zum anderen, weil das Kabel in meinen Lautsprechern zum Bassverstärker nahe an den Lautsprecherkabeln entlangläuft. Wenn der Sackschirm also wie eine Antenne wirkt, würde ich das Problem ja nur noch verschlimmern.

 

Guss,

Mark

 

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Hi Mark,

 

>Bei der Cinchleitung handelt es sich um ein

>pseudosymmetrisches Kabel (2 Innenleiter + Außenschirm). Das

>soll als Innenverkabelung eines Verstärkers und als

>Signalleitung eingesetzt werden.

>Du empfiehlst also, einen Widerstand zwischen Schirm und

>Masseleiter zu legen. Auf beiden Seiten? und warum gerade in

>der Größenordnung 10 Ohm?

 

Den 10 Ohm Wert hab ich von Walter Fuchs (SAC). Den Widerstand braucht's nur auf einer Seite. Der Wert ist wohl gerade groß genug, dass sich das Signal "überlegt", lieber durch die innere Leitung zu fließen, anstatt über den Schirm. Der Schirm ist relativ niederohmig an Masse, was nie verkehrt ist.

 

 

>Zum Netzkabel: Hier ist es mir wichtig, daß keine

>Störstrahlung vom Netzkabel ausgeht! Zum einen bei einer

>Geräteinnenverkabelung, wo da Netzkabel ca. 50cm bis zum

>Netzfilter läuft, der dann hoffentlich das meiste an Dreck

>rausfiltert.

 

Ok, das ist was anderes. Schirm ist eine gute Idee. Wobei ich das einseitige Auflegen nicht recht einsehen will. Aber warum ist der Filter so weit weg??

 

> Zum anderen, weil das Kabel in meinen

>Lautsprechern zum Bassverstärker nahe an den

>Lautsprecherkabeln entlangläuft. Wenn der Sackschirm also

>wie eine Antenne wirkt, würde ich das Problem ja nur noch

>verschlimmern.

 

Aktivbox? LS-Kabel sind gegen Netzkabel-Einstrahlungen eigentlich ziemlich immun. Wenn der Bassverstärker dadurch nicht brummt, ist's doch alles Ok.

 

Grüße

Hermann

 

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Den 10 Ohm Wert hab ich von Walter Fuchs (SAC). Den Widerstand braucht's nur auf einer Seite. Der Wert ist wohl gerade groß genug, dass sich das Signal "überlegt", lieber durch die innere Leitung zu fließen, anstatt über den Schirm. Der Schirm ist relativ niederohmig an Masse, was nie verkehrt ist.

 

Habe ich nie gesagt, sondern an beiden Seiten, Übrigens, Netzkabel mit Schirm sind Quatsch. Was soll den vor wem geschirmt werden und wo ist den das saubere Bezugspotential des Schirms?

 

ciao

 

Walter Fuchs

 

 

 

 

 

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Hallo Walter,

 

ich seh schon, das Thema ist doch nicht so trivial. 10 Leute - 20 Meinungen ;-)

 

Zum Netzkabel: Wenn ich ein Netzkabel über längere Strecken IN einem Gerät verlege (z.B. weil das Netzkabel hinten rausgeht, das Netzteil aus aber vorne liegt), dann können HF-Störungen über das lange Netzkabel ins Gerät kommen. Meine Idee ist jetzt, bei dem NICHT schutzisolierten Gerät den Schirm des Kabels auf das Massepotential des Gehäuses zu legen. Und zwar einseitig, an dem Ende des Kabels, das im Gehäuse liegt.

 

Weiß nicht, ob`s was bringt. Aber Basteln ist ja so eine schöne Beschäftigung... ;-)

 

Ciao,

Mark

 

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Hi realist,

 

>ich stehe vor folgendem Problem: Wie konfektioniere ich

>(Signal- und Strom-) Kabel mit Abschirmung? Folgende

>Varianten habe ich gefunden. Allein: welche stimmt?

>

>1. Signalkabel: Abschirmung einseitig auf Masse legen. Die

>Einen sagen, an der Quelle, die Anderen behaupten, alle

>Abschirmungen sollen an einem Punkt auf Masse liegen,

>nämlich am Verstärker.

 

Wie immer eigentlich, läßt es sich nicht allgemeingültig beantworten.

Bei einem pseudosymmetrischen Anschluß/Kabel hängt es auch von der Konstruktion der zu verbindenden Geräte ab.

Ein Beispiel:

Für den Anschluß eines Plattenspielers sollte die Abschirmung am Verstärker angeschlossen werden, da der Tonabnehmer kein aktives Element darstellt und kein Potential besitzt, mit dessen Hilfe eine Abschirmung wirken könnte.

Trotz dieser goldenen Regel kann es in Einzelfällen - speziell wenn störender Radioempfang vorhanden ist - obwohl man hier besser grundsätzlich nach einer anderen richtigeren Lösung für das Störproblem suchen sollte - auch anders sein. :)

 

Ansonsten gibt die Theorie vor, daß der Schirm an der Senderseite angeschlossen werden sollte.

Aber, bei einem vorstellbaren Durcheinander von schutzisolierten und nicht schutzisolierten (sprich dreiadriges Netzkabel mit Schutzleiteranschluß) und noch hinzukommenden konstruktiven Unsicherheiten fällt es mir schwer, eine generelle Empfehlung durchzuhalten.

 

>Netzkabel: Die Abschirmung wird nur im Schuko-Stecker mit

>Erde verbunden.

 

Auch hier kann man sich die Frage stellen, gegen welches Potential Störungen abgeleitet werden sollen. Zunächst kann man sicherlich den Schirm nur einseitig anschließen.

 

>2. Von anderer Seite hört man, eine einseitig angeschlossene

>Abschirmung wirke wie eine Stabantenne und verschlimmere das

>Problem von HF-Einstreuungen. Also: Abschirmung beidseitig

>über hochohmige (1MOhm? 47kOhm?) Widerstände mit Masse

>verbinden (was ja wohl nicht bei Netzkabeln geht). Stand so

>übrigens mal in der Klang und Ton oder Hobby-Hifi. Leider

>hab ich die Zeitung nicht mehr :-(

 

Ich stehe dieser Widerstandsidee skeptisch gegenüber, aber, wie auch sonst immer, wenn es funktioniert, warum nicht? Einige Versuche werden sich in den meisten Fällen nicht umgehen lassen.

Auch Empfehlungen anderer müssen, wegen der angeführten Unwägbarkeiten, in Deiner Anlage nicht unbedingt die richtigen sein ;)

 

>3. Hat die Abschirmung irgend einen (positiven oder

>negativen) Effekt, wenn ich sie gar nicht anschließe?

 

Schwer zu sagen; nur, auch wenn Du die Abschirmung nirgendwo anlötest, so ist sie doch verbunden, wenn auch nur über die (hoffentlich kleinen) Kopplungskapazitäten mit den Innenleitern.

Es hängt sicherlich von der Höhe der Störpotentiale ab und vom Frequenzbereich. Auch hier wird, ohne Zugriff auf einen beeindruckenden Meßgerätepark, nur der Versuch weiterhelfen können.

 

Zwei Literaturquellen:

 

Ott, Henry W., Noise Reduction Techniques in Electronic Systems. New York: John Wiley & Sons, 1976.

 

SHIELDS AND GROUNDS: SAFETY, POWER MAINS, STUDIO, CABLE AND EQUIPMENT, (special excerpt) The June 1995 issue of the Journal was a definitive and comprehensive collection of information on this important topic. The seven papers by Neil Muncy and other experts in the field have been reprinted into a convenient guide for designers and practitioners.

Sonderausgabe des JAES zu beziehen z.B. über www.aes.org

 

Grüsse

 

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