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Tuvok

Filmkritik: Johannes XXIII. - Für eine Welt in Frieden

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Inhalt:

 

Wie wurde aus dem Gemeindepfarrer RONCALLI (Bob Hoskins) der berühmte Friedenspapst, Johannes XXIII.?, Was war mit ihm während der Kubakrise? Wie lebte er und wirkte er, wieso hat er das 2. Vatikanische Konzil ermöglicht? Wieso wollte er mit dem Oberhaupt der Anglikanischen Kirche Frieden schließen, nach 400 Jahren fast das 1. X?, Und so sieht man den 105 Minütigen Film, beginnend wie er alt war, vor seiner Papstwahl.

 

Infos:

 

Der Regisseur des Filmes – Ricky Tognazzi – ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, nimmt sich de Lebensgeschichte von Papst Johannes dem 23. an. Er hatte eine Vision von dem Film und bat Ennio Morricone die Filmmusik zu dirigieren.

 

Angelo Giuseppe Roncalli, später der Papst, wurde am 25.11.1881 in Sotto il Monte geboren und starb am 3.6.1963 im Vatikan. Dadurch das er das 2. Vatikanische Konzil ins Leben gerufen hat, wurde er zeit seines Lebens, nach dem Konzil, und danach der Konzilpapst genannt, oder im Volk „Il PAPA Buono“ – der Gute Papst zu Deutsch.

 

Er hatte 3 Geschwister, und war als Junge schon eine schillernde Gestalt. Don Rebuzzini, der damalige Gemeindepfarrer, hat das Talent des Kindes entdeckt, und dachte sich fortan, das er für den Priesterdienst wie geschaffen ist. Der Vater von Angelo war dagegen, er konnte aber überzeugt werden, und so ging 1892 Angelo, im Alter von 11 Jahren, in ein Vorbereitungsseminar in Bergamo, anschließend studierte er Theologie, und danach studierte er in Rom, im Vatikan, und am 18.12.1903 wurde er Diakon.

 

Leider sieht man im Film keine Vorgeschichte, denn der 105 Minütige Film konzentriert sich viel mehr auf das Geschehen um Angelo, als er schon etwas älter war, und kurz vor seiner Ernennung zum Papst.

 

Nach der Priesterweihe am 10.8.1904, war er von 1905 – 1914 Sekretär, des Grafen, Radini Tedeschi. Sein Freund und Bischof. Eine Szene davon kam im Film vor, als er von einem Radini geredet hat. Genau weiß ich aber nicht mehr um was es ging.

 

Beim 1. Weltkrieg, Italien hat ja dem Kaiserreich Österreich – Ungarn, den Krieg erklärt, ist er einbezogen worden ins Militär. Das war der 23.5.1915. Dort war er dann Militärpfarrer. Von Papst Benedikt dem 15. wurde er dann 1921 nach Rom versetzt. Er war dann dort Präsidenten des Zentralrates des Päpstlichen Missionswerkes in Italien, und später sogar Monsignore. Das ist die Anrede für einen katholischen Priester, der vom Papst den Ehrentitel eines päpstlichen Hauskaplans verliehen bekam, dabei trägt man eine schwarze Soutane.

 

Am 3.3.1925 wurde er zum apostolischen Visitator von Bulgarien. Eine Art Aufpasser und Streitschlichter. Dann wurde er 1934 apostolischer Delegat für die Türkei und Griechenland. Er war sogar Titularbischof von Palästina, also ein Orthodoxer Bischof, so sehr hat er sich für das Volk eingesetzt, das ihn sogar die Feinde der Katholischen Kirche liebten.

 

Am 22.12.1944 wurde er Nuntius für Frankreich. Also in Frankreich ein ständiger Vertreter des Heiligen Stuhles - und nicht des Staates der Vatikanstadt. Am 12. Januar 1953 wurde er von Papst Pius XII. zum Kardinal und zum Patriarchen von Venedig ernannt und am 28.10.1958 wurde er dann Papst, am 3. Tag des Konklave, weil ja der alte Papst tot war.

 

Er berief das Zweite Vatikanische Konzil ein, das am 11. Oktober 1962 feierlich eröffnet wurde. Am 3.7.1963 ist der Papst am Magenkrebs gestorben, Sein Nachfolger Paul der VI. hat das Konzil zu Ende geführt. Am 3.9.2000 hat ihn Papst Johannes Paul II. selig gesprochen, und sein Leichnam ist mumifiziert in einem Glassarg im Petersdom zu sehen.

 

Meine Meinung:

 

 

Der italienische Regisseur Ricky Tognazzi erzählt die Lebensgeschichte von Papst Johannes XXIII. als die Geschichte einer wechselvollen, lebenslangen Freundschaft dreier Männer. Einer aus dem Freundestrio, das sich 1904 im Priesterseminar kennen lernt, wird Kardinal. Der zweite wird exkommuniziert. Der dritte wird Papst. Schon vor Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hat das Oberhaupt der katholischen Kirche die Welt bewegt. Im Guten wie im Schlechten. Am 28. Oktober 1958 jedoch wurde ein Mann zum Papst gewählt, dessen charismatische Ausstrahlung den Vergleich mit dem späteren "Medienpapst" Johannes Paul II. nicht zu scheuen braucht: Angelo Giuseppe Roncalli, der sich als Papst Johannes XXIII. den Beinamen "der gute Papst" verdiente.

 

Von 1881, dem Geburtsjahr des Papstes, bis zu dessen Tod am 3. Juni 1963 spannt Regisseur Ricky Tognazzi ("Blutiger Sonntag", 1990) den Bogen eines Lebens für den Frieden. Mit sparsam eingesetzten Dokumentaraufnahmen verwebt er Dokumente und Fiktion zu einem lebendigen Porträt eines wegweisenden Kirchenmannes. Fernab folkloristischer Glorifizierung skizziert Tognazzi die Biografie eines den Menschen zugewandten Papstes, der vom britischen Schauspieler Bob Hoskins ("Mona Lisa") mit atemberaubender Authentizität und liebenswerter Schlitzohrigkeit verkörpert wird. Die Musik zu diesem eindrucksvollen Porträt schrieb der italienische Großmeister Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod").

 

Nun ich halte nicht viel von den Dogmen der Katholischen Kirche, und auch wenn der Papst, sehr gut dargestellt von Bob Hoskins, ein guter Papst war, und sich stets fürs Volk eingesetzt hat, durch das 2. vatikanische Konzil wurde in 4 Sitzungsperioden so viel Dinge festgestellt, und festgehalten die mit dem Wort Gottes, mit der Bibel wenig zu tun haben. Hoskins hat den Papst hervorragend dargestellt, seine wahrscheinlich beste Rolle bis jetzt, die ich kenne, aber leider hat viel gefehlt.

 

Es wurde auch einiges nicht gezeigt. Es wurde zwar verlautbart, das er der einzige war, der Nichtkatholiken in den Petersdom brauchte, 18 waren es an der Zahl, aber man sah und hörte nichts genaueres darüber. Statt dessen gab es in dieser leicht kitschigen aber sehr wissenswerten Geschichte, mehr privat von ihm zu hören, nur leider immer wenn es spannend und interessant wurde, wurde abgeblendet, oder die Idee nicht fortgeführt, und das finde ich sehr schade. Z.B. da ist so eine Szene wo er im Garten spazieren geht, am Stock, und die Gärtner sich verstecken, weil sie es gewohnt sind, wenn der Papst spazieren geht, das die ganze Belegschaft sich verdünnisiert, doch hier ist der Papst anders, er will ja den Kontakt mit den Menschen und wurde auch oft von den Leuten, den Kardinälen, deshalb angefeindet. Und so sieht man nicht nur gut die Spannungen in der Kirche, sondern auch die ganzen Gestalten, die eigentlich Gottes Wort, den Christus der für uns gestorben ist, nicht so rüberbringen wie er es gewollt hätte, und da geht die Szene nicht weiter. Ich hätte gerne gewusst, wieso die das nicht wollen, wieso der alte Papst vor ihm das gewohnt war, und auch einige Gespräche.

 

Auch hätte mich ein bißchen an der Verschwörung fasziniert die im Vatikan herrscht, und ich hätte auch mehr von den Ränkeschmiederein gehört und gesehen. Aber leider blieb dem Zuseher das verwehrt. Hoskins ist ja in Wirklichkeit, leider, ein überzeugter Atheist, und trotzdem hat er viel mehr Gefühl in die Rolle vom Papst reingebracht, viel mehr Glauben, viel mehr Schlitzohrigkeit, heiligen leichten Zorn, als so mancher andere Schauspieler. Warum aber Hoskins egal ist, was nach dem Tode mit ihm passiert, ist leider ein beschämendes Zeugnis unserer Zeit. Der Atheismus steigt extrem, wie der Glaube extrem steigt, doch das was in der Bibel ist, steht dann in der Mitte, und während alle Wege nach Rom führen, und nur ein einziger schmaler Weg zu Christus, wird keiner auf die Idee kommen, oder wenige, darauf aufmerksam zu werden, was in unserem Leben wirklich wichtig ist.

 

Frauen gab es in dem Film bis auf eine Nonne nicht, die wollte ja den Pater befreien lassen der in einem Gulag sein Dasein fristet. Gut war auch zu sehen bevor die Kubakrise seine Höchstwendung traf, wie er reagiert hat, allerdings sah man das auch hier zu wenig. Die Musik von Morricone hat sich nicht so gut in mein Gedächtnis geprägt, sie war unaufdringlich und nichts besonderes, und klang zeitweise glaube ich ein bißchen schwülstig.

 

Abschließend kann ich nur sagen, das es ein wunderschöner Adventfilm war, und jedem sehr ans Herz zu legen ist, der Film hat eine gewisse Heiligkeit, und man ist irgendwie tief ergriffen von diesem Menschen.

 

88 von 100

 

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