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DC

Fragen an die Holzfachleute unter Euch

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Hallo an alle Holzfachleute.

Bei mir hat sich inzwischen einiges an Arbeiten rund um die Restaurierung von holzbekleideten Teilen (Boxen und Geräte) angesammelt. Nun bin ich Elektroniker und kein Holzwurm und folglich habe ich von der Holzpflege und Reparatur nicht so viel Ahnung.

 

Ich hätte diese Fragen auch in einschlägigen Holzforen stellen können, aber dort geht es fast immer um Möbel oder Gartenzaunhölzer. Aber da ich nun mal hier im Forum zu hause bin, wollte ich meine Fragen lieber hier posten, da ich davon ausgehen darf, das hier die Leute weit liebevoller mit ihrem Hifi-Equipment umgehen und folglich wohl auch etwas feinfühliger an die Sache rangehen.

 

Daher setze ich mal auf Euer (hoffentlich vorhandenes) Fachwissen. Folgende Situation liegen vor:

 

1.

Ein Paar B&O Boxen, deren Oberfläche z.T. durch früher wohl darauf gestellte Behälter mit einer mir unbekannten Flüssigkeit - vermutlich Blumenvase oder Trinkgläser - "verunstaltet" ist. Dazu kommen auch einige ca. 0,2-0,3 mm tiefe Kratzer. Diese Flecken und Kratzer möchte ich gerne soweit beseitigen, dass man sie nicht mehr sieht (was sonst? ;) ).

 

Ich weiß nicht, ob das Holz (Teak) naturbelassen ist, mit Wachs oder Öl behandelt wurde oder lackiert ist. Wie kann ich herausfinden welche Oberflächenbehandlung hier vorliegt? Was ich aber sagen kann, ist dass es offenbar Span mit Furnier ist (Sichtbar an einer soweit abgeplatzten Ecke, dass der Span raus kommt). Dementsprechend stehen die Restaurierungsfragen im Raum.

 

2.

Zwei B&O Geräte mit Teakholzteilen (Deckel, Seitenleisten), die vom Holz her fast genau so beschaffen sind, wie die B&O Boxen. Nur sind hier die Kratzer das einzige Übel.

Daher gelten hier die gleichen Fragen, da hier scheinbar die gleiche Verarbeitung vorliegt.

 

3.

Meine immer noch heiß geliebten Infinity RS1B sollen eine "Oberflächenbereinigung" bekommen. Dabei sind auch ein paar kleine Kratzer zu beseitigen und ein offenbar schlecht gemachter Versuch eines früheren Besitzers, irgendwelche Beschädigungen (Flecken) "weg zu reiben".

Was ich bei den RS1B sagen kann ist die Tatsache, dass hier die Oberfläche ganz sicher nur "geölt" wurde, also kein Lack!

 

Nun habe ich zwischenzeitlich über die verschiedensten Behandlungsmethoden auch die verschiedensten Aussagen gehört. Leider kann mir aus meinem "Dunstkreis" keiner ganz klar sagen, wie welche Methode faktisch durchgeführt wird. Das deutet wieder mal auf das "phänomenale Halbwissen" der "Schlaumeier" hin, womit ich leider auch nichts anfangen kann.

 

Es scheint sich aber insgeamt ein Tenor herausgebildet zu haben. Die Ölbehandlung scheint offenbar die beste zu sein. Deshalb tendiere ich auch letztlich zu der Ölbehandlung. Es wurde auch behauptet, das eine mit dem richtigen Öl behandelte Oberfläche danach seinen eigenen typischen Holzgeruch herausgibt, was sicher auch seinen Reiz hat und mir sehr gefällt.

 

Wenn dem so ist, bleiben für mich nur noch die Fragen nach dem wie genau und welches Öl ist für den jeweiligen Einsatz das Beste.

 

Da nun bei den B&O's Teak und bei den Infinity Kalifornische Eiche die Grundmaterialien sind, muss ich wohl auch mit unterschiedlichen Ölbehandlungen an die Sache ran gehen?!

 

Wie bekomme ich nun bei den B&O's die Kratzer und Flecken raus, ohne den Span-Untergrund frei zu legen? Und wie würde die "Ölbehandlung" richtig durchgeführt?

 

Wie wird das gleiche bei den Infinitys gemacht?

 

Ich hoffe hier auf fachlich gut fundierte Ratschläge und freue mich schon auf Eure hilfreichen Antworten.

 

Alles nette

DC

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Hi!

 

Das ist ja ganz schön problematisch ... also - es gibt ganz Sätze von Ausbesserungs-Wachsstiften in verschiedensten Tönungen. Damit kann man Kratzer beseitigen. Bei großflächigeren Schäden bleibt wohl nur, das Furnier abzuschleifen und die Spanplatten neu zu furnieren - Furniere gibt es in allen nur denkbaren Varianten. Wenn Du tatsächlich die Oberflächen ölen willst, gibt's verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise kannst Du Leinöl benutzen - das härtet dann lackartig aus. Oder Du benutzt Carnaubawachs, das beispielsweise mit Terpentinöl eingearbeitet werden kann. Oder Du benutzt Sonnenblumenöl ... das härtet gummiartig aus und hat klanglich sehr gute Eigenschaften. Oder Du benutzt beispielsweise Bernsteinlack - auch ein Naturprodukt - oder mit Terpentinöl gekochtes Collophonium. Die Möglichkeiten sind unzählig. Ein Problem sind allerdings bei allen Ölen, Wachsen und Harzen mit den Wachsstiften ausgebesserte Kratzer: Da das Ausbesserungsmaterial das Finish nicht annehmen wird, kann es farbliche Abweichungen geben - da hilft dann nur deckender Lack. Eines ist allerdings wichtig: Aus klanglicher Sicht sollte sich die Oberflächenbehandlung neutral zum Material verhalten - also weder zu weich, noch zu hart sein (sprich: möglichst dieselbe Schallgeschwindigkeit haben), oder eventuell Probleme des Materials unterdrücken (beispielsweise sind Spanplatten sehr langsam - wenn sie mit einem möglichst harten Lack möglichst intensiv getränkt werden, kann man die Klangeigenschaften verbessern. Optimal sind eigentlich hochdichte Buchenholz-Multiplex-Platten - allerdings hört man dann jedes Problem der Chassis umso deutlicher.

 

By the way: Ist ja merkwürdig, daß die glorreichen teuren B&O-Boxen aus Spanplatten zusammengekloppt sind ...

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Hi Guetsel,

hmm, das es so viele Varianten gibt hätte ich nicht gedacht, aber man lernt doch immer wieder dazu.

 

Was mich bei Deinen Ausführungen etwas irritiewrt, sind die vielen Hinweise auf die klanglichen Einflüsse. Bei einem Tuner und Verstärker mit Holzabdeckungen halte ich das aber doch für stark übertrieben. Dies gilt ganz besonders für Geräte, die bereits lockere 30 Jahre auf dem Buckel haben.

 

Bei den Boxen kann ich das schon eher verstehen. Aber wie schom gesagt, sind es NUR Kratzer, keine kompletten oder teilweise Furnierablösungen! Ich habe nicht die Möglichkeiten das Furnier selbst zu erneuern, zumal das m.E. nicht nötig ist.

 

Farbliche Abweichen jedoch werde ich auf gar keinen Fal dulden, weil sonst der ursprüngliche Charakter zum Teufel ist. Und das wäre bei solch edlen Klassikern wirklich zu schade. Entweder wird die gesamte Färbung verändert oder das Original bleibt erhalten. Eine deckende Lackierung kommt auch nicht in Frage, da ich den schönen Holzcharakter erhalten möchte.

 

Alles nette

DC

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Hi nochmal!

 

Es gibt wahrscheinlich sogar noch mehr Möglichkeiten ... ich bin auch kein Tischler. Mit den klanglichen Einflüssen meinte ich übrigens eigentlich auch nur die Lautsprecher, obwohl es sich bei den Geräten natürlich auch auswirkt - positiv ist schonmal, daß Du da keine Metallgehäuse hast. Eigentlich sind Holzgehäuse klanglich sogar das Beste - wenn das Holz gut klingt.

 

Die sinnvollste (und schönste!) Möglichkeit, die Lautsprecher zu renovieren, ist in diesem Fall wohl, die Kratzer mit Wachs auszubessern und dann alles mit Bernsteinlack zu lackieren - der sieht sehr edel aus. Bei manufactum gibt's einen französischen Bernsteinlack, der mit Terpentinöl und Orangenöl angesetzt ist (riecht auch noch gut). Dann hättest Du ein absolutes Naturmaterial, das dem ganzen noch eine farblich warme Note verleiht ...

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Hallo DC,

 

also von einem "Lack" würde ich grundsätzlich abraten, da die Verarbeitung dieser Produkte mehr als kompliziert und für den "Reinraum-Nichtbesitzer und Gelegenheitslackierer" mit dem Ziel eine hochwertiger Oberflächengüte zu erreichen, mehr oder weniger unmöglich ist.

Also am einfachsten, die Kratzer mit einem feinen Schleifpapier (Körnung 400 aufwärts) oder eventuell mit Stahlwolle "000" vorsichtigst ausschliefen und z.b. mit "Osmo-Color-Nautrwachsöl" einlassen und nach dem Antrocknen mit fusselfreiem Tuch polieren. Das gibt eine seidenmatt glänzende Oberfläche höchster Güte mit sehr angenehmer "Anfassqualität".

 

Für Hochglanzoberflächen ist das ganze eher weniger geeignet, für die Infinity-Panele aber sehrwohl. Bei den B&O-Geräten (vermute dort eher hochglänzende Oberflächen...) ist am ehesten der Autolackerer gefragt, der nicht nur Motorhauben auf Hochglanz bringen kann....

 

LG Walter

 

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Hi Walter,

das mit dem Osmo-Color-Naturwachsöl hört sich schon mal gut an. Besonders die erwähnte Anfassqualität. Was aber meinst Du mit "einlassen"?

Und bei der Suche nach Quellen habe ich zumindest bisher noch nichts gefunden, aber die kurze Zeit gibt auch nicht so viel her.

 

Wo kann ich das "Öl" denn beziehen? Sind Baumärkte dafür eine gute Quelle? Ich hatte noch keine Gelegenheit, mal rum zu fragen und dort zusuchen. Das werde ich aber noch nachholen.

 

In Google wird der Begriff mit Öl gar nicht gefunden, nur ohne Öl.

 

Di B&O Oberflächen sind von Haus aus schon relativ glatt, aber dennoch mit natürlichen Holzmaserungen und leichten Vertiefungen. Genau diese möchte ich auch wieder herausarbeiten, weshalb ich auch keinen Lack dafür vorgesehen habe. Schließlich versuche ich genau, wie an den Infinitys, den natürlichen "Holzgeruch" wieder hervor zu heben.

 

Dazu sollen mir die Öl- oder Wachsbehandlungen ja behilflich sein. Und genau dazu war meine Frage hier gepostet.

 

Alles nette

DC (Klaus)

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