Equalizer Warum sind Equalizer so verrufen?
#1
Geschrieben 23 Juni 2010 - 07:21
Warum sind Equalizer oder Klangregelstufen in der Hig End Szene so verrufen?
#3
Geschrieben 23 Juni 2010 - 07:40
Die renomerten High End Hersteller haben fast keine Equalizer im Programm.
Und bei den Verstärker ist auch keine Klangregelstufe mehr vorhanden.
Nach meiner Meinung ist ein Equalizer, um die Anlage an die Raumakustik anzupassen, unumgänglich.
Ein weiterer Grund für den Equi ist, das jede Aufnahme anders ist. Mal zu viel Bass oder zu wenig Höhen.
#4
Geschrieben 23 Juni 2010 - 11:26
Terz ist viel zu grob!
Das Zeitverhalten ist daneben, Impulsverhalten grausam.
Wenn Equalizer dann parametrisch auf digitaler Basis mit Q min 20, besser 50.
#5
Geschrieben 23 Juni 2010 - 23:04
warum sind Equalizer so unbeliebt, weil es früher in jeder habwegs mittelmäßigen Anlage einen ebenso mittelmäßigen Equalizer gab. Sowas ist Schrott. Ein Bauteilgrab, am besten noch billigste OPs im Dutzend. Schau mal rein in sowas, aber das kennst Du ja. Das rauscht und klirrt wie wild.
Richtig gutes kostet Geld. Siehe Studiotechnik, da ist es Stand der Technik, analog wie digital. Und da gibt es auch keine audiophilen Vorurteile.
hardybayer, on 23 Juni 2010 - 11:26 , said:
Zeit bzw Impulsverhalten werden von den Filterfunktionen geprägt, dabei spielt es absolut keine Rolle, ob analog oder digital. Das Zeitverhalten ist identisch :-), wenn die Filterfunktionen gleich sind.
Nimmt man Phasenstarre FIR Filterungen, dann ist das Zeitverhalten >über alles< extrem grottig, dh mit extremer Verzögerung des gesamten Signals. zB für simultane Zeit und Bildverarbeitung ungeeignet.
Man muß immer irgendwie in einen saueren Apfel beißen.
Die Phasendrehungen von IIR Filtern sind uU sogar gewollt, kommt immer darauf an, was man erreichen will.
#6
Geschrieben 25 Juni 2010 - 17:00
hardybayer, on 23 Juni 2010 - 11:26 , said:
Terz ist viel zu grob!
Das Zeitverhalten ist daneben, Impulsverhalten grausam.
Wenn Equalizer dann parametrisch auf digitaler Basis mit Q min 20, besser 50.
Parametrisch halte ich auch für sinnvoll. Wer bietet denn sowas an? Wieviel Kanäle sind da sinnvoll? Ich meine, mit einem Kanal kommt man nicht weit. Mehr ist gut, aber wieviel mehr?
Klausi
#7
Geschrieben 25 Juni 2010 - 21:14
Von Beringer gibt es so eine Equalizer BEHRINGER Ultracurve Pro DEQ2496 aus dem PA Bereich.
Ich weiss nicht wie er ist,aber die technischen Daten hören sich interessant an.
#8
Geschrieben 25 Juni 2010 - 23:01
jensi53, on 25 Juni 2010 - 21:14 , said:
Von Beringer gibt es so eine Equalizer BEHRINGER Ultracurve Pro DEQ2496 aus dem PA Bereich.
Ich weiss nicht wie er ist,aber die technischen Daten hören sich interessant an.
Hi Jens
ich hab den Vorgänger DSP 8024, ein super Gerät! Ich nutze den Equalizer dann auch noch als DA-Wandler, dh gehe digital rein und analog raus.
Wenn ich mal meinen durchgängig symmetrischen Vorverstärker realisiert habe, dann kann ich die symmetrischen XLR Ausgänge voll nutzen.
Über die DA-Wandelqualität kann ich nicht klagen.
Ich nutze die AD-Wandler garnicht. Analog rein, dann digital biegen und wieder analog raus ist nicht zu empfehlen.
Die Analogstufen der neueren Geräte (eine Höheneinheit) wie zB der 2496 sollen angeblich nicht mehr so gut sein. Die aktuellen Geräte sind kleiner, können mehr und sind billiger. Irgendwo muß man sparen.
Deshalb mein Tip, solltest Du einen 2496 für den Hörraum anschaffen. Nutze das Gerät lediglich als reinen Digitalequalizer und geh digital rein und auch digital wieder raus und dann auf einen besseren Wandler.
Gruß Andi
#9
Geschrieben 26 Juni 2010 - 05:54
verrufen sind nur die, die man sehen kann ;-)
Jede passive Box und anständige aktive Box verfügt über voreingestellte EQs.
Wird nur nicht explizit so genannt und der Anwender sieht sie nicht.
jauu
Calvin
#10
Geschrieben 26 Juni 2010 - 10:11
Calvin, on 26 Juni 2010 - 05:54 , said:
verrufen sind nur die, die man sehen kann ;-)
Jede passive Box und anständige aktive Box verfügt über voreingestellte EQs.
Wird nur nicht explizit so genannt und der Anwender sieht sie nicht.
jauu
Calvin
Hi Calvin
Du hast absolut recht, jeder Sperrkreis und Saugkreis usw. sind Equalizer mit allen damit verbundenen Zeitfehlern :rolleyes: .
Gruß Andi
#11
Geschrieben 27 Juni 2010 - 11:56
Zitat
Aha. Ein analoges Bandpassfilter mit Q 20 hat also das gleiche Impuls- Zeitverhalten wie ein digitales Bandpassfilter mit Q 20, Andreas?
#12
Geschrieben 27 Juni 2010 - 13:17
hardybayer, on 27 Juni 2010 - 11:56 , said:
Ja, wenn die Filterfunktion gleich ist und als minimalphasiges Filter programmiert ist.
Ist es "phasenstarr", was analog ja nicht geht, dann hat das Digitalfilter über alles eine extrem lange Laufzeit.
Man bekommt auch digital nichts geschenkt.
#13
Geschrieben 27 Juni 2010 - 18:13
andreasw, on 27 Juni 2010 - 13:17 , said:
Ist es "phasenstarr", was analog ja nicht geht, dann hat das Digitalfilter über alles eine extrem lange Laufzeit.
Man bekommt auch digital nichts geschenkt.
Was ist eine extrem lange Laufzeit?
Wie möchtest Du denn einen Bandpass mit Q 20 analog darstellen?
#14
Geschrieben 27 Juni 2010 - 19:40
Und es ist nicht richtig, dass ein EQ Zeitfeher erzeugen würde, das sieht nur so aus, wenn man ihn alleine betrachtet!
Letztlich wird die Übertragungsfunktion z.B eines Lautsprechers durch einen länglichen komplexen Ausdruck mit irgendwelchen Ai im Zähler und irgendwelchen Bi im Nenner dargestellt. Ein EQ wird im optimalen Fall so eingestellt, dass er gewisse Zählerkoeffizienten des Lautsprechers im Nenner und Nennerkoeffizienten des Lautsprechers im Zähler hat. Als Ergebnis kürzen sich diese dann weg und man erhält in der Summe aus EQ und Lautsprecher eine 1. Damit hat die Summe aus EQ und Lautsprecher WENIGER Zeitfehler als der Lautsprecher ohne EQ.
Im Bass und Grundton sind die Wellenlängen so groß, dass der Raum quasi Bestandteil des Lautsprechers wird. Und in diesem Bereich kann man mit EQs das gleiche erreichen - eine Verbesserung der Übertragungseigenschaften mit WENIGER Zeitfehlern.
Klassisch analoge EQs sind mit den in der Analogtechnik üblichen Begrenzungen bezüglich Rauschen, Klirr, Alterung, Temperaturdrift .... versehen und eignen sich darum nicht für Filter mit hoher Güte. Das ist heute aber auch kein großes Problem mehr da man EQs mit quasi beliebiger Genauigkeit per dsp erzeugen kann.
#15
Geschrieben 28 Juni 2010 - 10:37
hardybayer, on 27 Juni 2010 - 18:13 , said:
Wie möchtest Du denn einen Bandpass mit Q 20 analog darstellen?
Die Laufzeit hängt von der Mittenfrequenz und anderen Parametern ab, das kann man pauschal nicht beantworten.
Und so ein Filter geht analog praktisch nicht. Aber du hast es selbst angefragt. Warum fragst Du danach, wenn Du weißt, daß es nicht geht?
Die Aussage bzgl identischem Zeitverhalten ist dennoch richtig.

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