hier folgt mein ausführlicher, positiver Abschluß der Black-Gate-Saga. Weiterlesen sollten Leute, die das Problem eines nur mit dem DC-offset einer Schaltung (wenige 10mV-100mV typisch) vorgespannten, größeren Koppelkondensators haben - und das klangliche Optimum um fast jeden Preis erreichen wollen.
Bei mir ist es, wie im älterem Tread schon erwähnt, die Pass Aleph Endstufe - die aufgrund ihres Minimalismus einen nur um den DC-offset schwimmenden Koppelkondi braucht. Ich hatte kürzlich BG NX 220uF mit 0,1uF NX und 10nF MKP Bypass reingebracht. Ist der Klanggewinn dieser bipolaren Kombo ggü. "mißbrauchten" polaren Elkos auch sehr beeindruckend, so nervten die NX mich doch nach kurzer Zeit schon. Einige Probehörer sahen es ähnlich: recht schlanker, musikalisch etwas blutleerer und klangfarbenarmer, leicht inhomogen-präsenter Klang. Ist jetzt stark überzogen, aber so könnte man die erreichten 90% beschreiben. Mancher Kette hätte genau dieser Klang evtl. genutzt, bei meiner paßt es nicht und klang eindeutig "etwas falsch" - trotz viel besserer Klarheit, Fokussierung und Dynamik. Aber was nützt es, wenn Musik zwar klarer, aber irgendwie künstlich klingt? Man kann im Aleph probeweise kurz ohne C hören (überbrücken) - aber nur kurz, der CD-offset läuft auf bis zu einigen 100mV hoch. Dieses Umschalten dient letztlich als Referenz, wie es "mit einem Stück Draht" klingt.
Bei diyaudio und auch hier gaben manche den Hinweis, die N-Type von BG sei genau hierin besser - natürlicher, farbiger. Genau so hilfreich war der Hinweis, dass die NX und N trotz "bipolar" richtungsabhängig unterschiedlich klängen und zwei antiparallele (oder antiserielle...) Kondis viel brächten. Also, ging es auf in das wohl längst Kondivergleichshören meines Lebens
Komm zur Sache, Schätzchen...
Nun, ich brauche zwingend >220uF an Wert. Also blieb beim BG N nur der Typ 470uF/16V über (zwischen 100 und 470 kein Wert sonst). Wie sich rausstellte, sind passende Bypässe BG N 1uF/50V sehr, sehr hilfreich! Meine Ergebnisse:
1. Panasonic FC 220uF/25V + 10nF MKP versus BG NX 220uF/6,3V + 0,1uF/50V NX
+ 10nF MKP: der FC verzerrt, was verhängt und minimal "schrillt" - sonst
fast perfekt. Mit BG Klang wie oben beschrieben - klarer, schlanker und "technisch" cool. Der Weg ist aufgezeigt, das Ziel aber noch verfehlt...
2. BG N 470uF/16V: Wow, Hoffnung auf Rettung! Der fette, feuerrote N-Typ klingt, wie er aussieht - satt, kraftvoll dynamisch, extrem authentisch, warme Klangfarben, aber nach oben raus etwas "zu". Körperhaftigkeit, Homogenität, Räumlichkeit und Spaßfaktor sind frappierend. Dieses Dielektrikum scheint wirklich super "(nicht) zu klingen". Gegen diese Meßlatte offenbart die NX-Kombo #1 neue Schwächen, man hört, dass sie etwas ausgedünnt-kraftlos spielt und die coolen Höhen und der Hintergrund nur inhomogen zusammenfinden. Nur die etwas metallischen Höhen sind kraftvoll da, daher wohl auch die Überpräsenz.
Dem N-Typ muß also per Bypass geholfen werden!
3. BG N 470uF/16V + 0,1uF NX + 10nF MKP: joh, fast am Ziel! Der NX läßt nichts ins "Präsente" umkippen, er kommt gegen den voll klingenden N nicht an, dennoch ergänzt er ihn sehr gekonnt. Der Klang bleibt aber - Geschmackssache - noch ganz geringfügig zu fett und recht nüchtern obenrum - eben NX. Test, noch ein NX her... Mit zwei antiparallelen 0,1er NXern kippt es etwas um - eine leichte Vordergründigkeit beginnt, zu NX-ig. Dennoch schon Wahnsinn, diese N-Kombo läßt die NX-Kombo sooo blutleer und emotionslos darstehen! Mit der N-Kombo pulsiert wieder Musik. Wer maximale Attacke und Klarheit sucht - Hermann = Rockmusik, bleibt hier!
Verfeinerung:
So gut Lösung #3 auch klingt, aber ungleiche Kondensatortypen parallel behagen sich oft nicht. So bringt die fokussierende kühle Klarheit der NX-Beipässe "vorne" viel, nach hinten machen die körperhaften N´s aber einen eher warmen, weiten Raum auf. Nach einem Einhören wird es irritierend - das harmoniert nicht zu 100%. Old tweakies wissen: nur C´s mit gleichem Dielektrikum = gleicher Klangtendenz parallel schalten, sonst eben diese Effekte.
Also, NX raus und die kleisten N als Bypass rein.
4. BG N 470uF/16V + 2 x BG N 1uF/50V + 10nF MKP. Wahnsinn!!! Weniger coole Sehnigkeit und Über-Fokussierung, stattdessen authentische "Aura" bei 110% homogener Relaxedheit. Maximale Natürlichkeit und musikalische Atmosphäre bei 95% Abbildungsschärfe (gegen 110% Abbildungsschärfe mit forsch-sehnigem Klang der Lösung #3). Geschmackssache.
Der NX-Bypass-Test zur ultimativen Lösung...
5. Bekommt #4 eine NX parallel, ist es das gewisse Quäntchen zu viel. Also, einen Halben NX ausprobiert = zwei 0,1er NX antiseriell. Das hat gefehlt! Die NXer geben genau die 5%, die dem N an Offenheit und Fokussierung fehlten. Dennoch geht nichts an Klang der genialen N-Typen verloren. Dieser Koppelkondi scheint einfach dem Stück Draht am nächsten. Der Raum ist holographisch offen, klar, kraftvoll und dennoch musikalisch erleuchtet. Ich habe fertig!
Tests am Rande:
- mit #5 und offset kleiner 10mV klingt der Amp besser, als mit 250mV offset (das Diff-FET-Paar am Eingang arbeitet ungleich) und "Stück Draht". Dieses bestätigt IMHO, das #5 dem Stück Draht extrem nahe kommt.
- NX als auch N klingen klar unterschiedlich je nach "Polung". Im A-B-Vergleich testen, welche Kondi-Seite elektrisch die Masse "härter" mag.
- Antiparallel klingen die NX und N besser als parallel in der besseren Betriebsrichtung.
- als ich fertig war und nach einigen Tagen Einhörens, lötete ich in eine Endstufe mal wieder den Pana FC rein... Klangtendenz ähnlich musikalisch, aber eben alles verschleiert und etwas aufgeweicht.
Meine Erkenntnis:
- Sicher, 25€ pro Kanal für einen Koppel-C auszugeben ist exotisch, aber jetzt erreicht auch der Pass-Aleph eine holographische "Mark Levison-Klarheit" - nur macht er trotzdem Musik. Es lag final an einem missbrauchten polaren Elko...
- Der billige Panasonik FC + MKP-Bypass scheint ohne Missbrauch = bei Vorspannung extrem gut zu sein, sonst erreichte meine Kette nicht das erhörte Niveau - liegen doch drei baugleiche Billigelkos im Signalweg... Daher sehe ich hier gar keinen Handlungsbedarf!
Ja, alles was man über den BG N sagt, stimmt. Wenn in der Kette sonst viel stimmt, kann man IMHO gewaltige Klangverbesserungen erwarten. Natürlich ist der beste Koppel-C kein C, aber ich kenne keine minimalistische Schaltung, die ohne Koppel-C keine DC-drift-Probleme hat.
Gruß
Klaus

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